C2-Abusus

Arzneien zur Abstinenztherapie werden erstattungsfähig

Veröffentlicht:

BERLIN. Ärzte können alkoholabhängigen Patienten künftig zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung Medikamente verordnen, die eine Verringerung des Alkoholkonsums auslösen können. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) am Donnerstag gefasst.

Die Entscheidung muss noch vom Bundesgesundheitsministerium genehmigt werden. Die Verordnungen können für drei, in begründeten Ausnahmen für bis zu sechs Monate ausgestellt werden.

"Übergeordnetes Ziel der Behandlung von Alkoholabhängigen bleibt die völlige Abstinenz", betonte der unparteiische Vorsitzende des GBA, Josef Hecken. Der Beschluss eröffne lediglich die Möglichkeit, Ausnahmen zu schaffen. Es könne Fälle geben, in denen Betroffene länger auf einen Therapieplatz warten müssen.

Diese Patienten sollen künftig mit einer medikamentösen Therapie darin unterstützt werden, weniger Alkohol zu trinken und sich so leichter von einer Therapie überzeugen lassen. Die Bundesregierung sieht einen therapeutische Unterversorgung Alkoholabhängiger nicht belegt.

In Deutschland sterben jährlich etwa 74.000 Menschen an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Die Bundesregierung gibt die direkten Kosten der Behandlung alkoholkranker Menschen mit zehn Milliarden Euro im Jahr an. Etwa 9,5 Millionen Menschen in Deutschland trinken häufig über den Durst, etwa 1,3 Millionen sind Alkoholiker. (af)

Mehr zum Thema

Tabaksteuern 2021

Absatz von Pfeifentabak steigt stark

Liberale Cannabis-Politik?

Blienert wird neuer Drogenbeauftragter

Cannabis-Legalisierung

Verkäufer sollen Cannabis-Süchtige erkennen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Einwilligungserklärungen zur Schutzimpfung gegen COVID-19 liegen auf einem Tisch

© Christian Charisius/dpa

COVID-19-Pandemie

Lauterbach will schnelle Corona-Impfpflicht – Ärzte sind uneins

Die bisherigen Ampullen des Corona-Impfstoffs Comirnaty® von Biontech/Pfizer sind auch an dem violetten Deckel zu erkennen. Die Neuformulierung des Impfstoffs soll einen grauen Deckel bekommen.

© Thibaut Durand / Hans Lucas / picture alliance

Corona-Impfstoff

BioNTech jetzt auch als Fertiglösung

Corona-Impfung: In Placebo-kontrollierten Studien hatten nach der ersten Dosis einer Coronavakzine 46,3 Prozent mindestens eine systemische Nebenwirkung angegeben, nach der ersten Placebodosis waren es immerhin 35,2 Prozent.

© Marina Demidiuk / stock.adobe.com

SARS-CoV-2 und Vakzinen

Systemische Nebenwirkungen nach Coronaimpfung oft Noceboeffekte