Atypisches Neuroleptikum steigert Wohlbefinden

WIEN (grue). Eine antipsychotische Therapie sollte nicht nur die Krankheitssymptome schizophrener Patienten verringern, sondern auch deren subjektives Wohlbefinden erhöhen. Mit dem atypischen Neuroleptikum Ziprasidon ist dies in einer Beobachtungsstudie gelungen.

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Insgesamt haben an der prospektiven offenen Studie ZEISIG (Ziprasidone Experience in Schizophrenia in Germany/Austria) 276 Patienten, davon 113 über volle zwölf Wochen, teilgenommen. Die Ergebnisse hat Professor Siegfried Kasper aus Wien auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer in Wien vorgestellt. An der Studie haben Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiven Störungen mit vorherrschender Positivsymptomatik teilgenommen.

Die Patienten wurden wegen schlechter Verträglichkeit oder ungenügender Wirksamkeit ihrer Medikation oder starker Gewichtszunahme auf Ziprasidon (Zeldox®) umgestellt. Als optimal im Hinblick auf Wirksamkeit und Verträglichkeit erwiesen sich 120 bis 160 mg Ziprasidon täglich, aufgeteilt in zwei Einzeldosen jeweils zu den Mahlzeiten.

Bei Patienten, die an der Studie bis zum Ende teilnahmen, verringerten sich die Krankheitssymptome gemessen an einer psychiatrischen Befundskala. "Auch der klinische Gesamteindruck hatte sich bei 62 Prozent der Patienten teilweise sehr stark gebessert", sagte der Psychiater.

Mindestens ebenso wichtig sei das subjektive Befinden der Patienten. In der ZEISIG-Studie wurde das Befinden mit der Skala SWN-K (Subjective Wellbeing on Neuroleptic Medication) beurteilt. Demnach fühlten sich die Patienten bereits ab der vierten Woche besser als zu Therapiebeginn, so Kasper. Mit Ziprasidon wurde das Körpergewicht im Mittel um 1,3 kg vermindert.

Außerdem besserten sich die Lipidwerte. Die motorischen Komplikationen waren in der Gesamtgruppe der Teilnehmer bei der jeweils letzten Messung um durchschnittlich 13 Prozent geringer verglichen mit dem Ausgangswert. Das Medikament wurde insgesamt gut vertragen und führte nicht zu Herzproblemen. "Es kam nur zu einer geringfügigen Verlängerung der QT-Zeit im EKG, was in keinem Fall zum Abbruch der Therapie führte", sagte Kasper.

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