Bioimpedanz-Messung im Fokus

„Auch Smartwatches könnten mit Schrittmachern interferieren“

Einige Wearables verwenden Bioimpedanz-Sensorik, um Vitalparameter zu ermitteln. Dies könnte die Funktion von Schrittmachern beeinträchtigen, warnt ein US-Forschungsteam und regt weitere Studien an.

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Vitalparameter mittels einer Smart Watch überprüfen: Einige Geräte nutzen dazu Bioimpedanz-Messungen, die möglicherweise die Funktion von Herzschrittmachern stören könnte.

Vitalparameter mittels einer Smart Watch überprüfen: Einige Geräte nutzen dazu Bioimpedanz-Messungen, die möglicherweise die Funktion von Herzschrittmachern stören könnte.

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Salt Lake City. Elektromagnetische Signale von Smartphones können die Funktion von Herzschrittmachern und anderen kardialen implantierbaren „electronic devices“ (CIED) stören. Menschen mit CIED sollten daher Smartphones nicht auf der Brust über dem Herzen tragen, empfehlen Medizintechniker.

Jetzt warnt ein Team aus den USA vor „Wearables“, die mittels Bioimpedanz-Messung Herzfrequenz, Blutdruck und andere Vitalparameter ermitteln. Auch diese Smart Watches, Smart Rings oder Smart Scales könnten möglicherweise die Funktion von CIED stören, etwa implantierbare Defibrillatoren (ICD) oder Geräte zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT). Das berichtet ein Team um Gia-Bao Ha von der University of Utah in Salt Lake City (USA) (Heart Rhythm 2023; online 21. Februar).

Mit Bioimpedanz-Messungen lassen sich unter anderem die Körperzusammensetzung, das Stresslevel oder Vitalparameter wie die Atemfrequenz ermitteln. Bei Smart Watches wie der Samsung Galaxy Watch 4 oder der Fitbit Aria 2 Smart Scale werde ein sehr geringer Strom freigesetzt, um die Körperzusammensetzung mit Skelettmuskel- und Fettmasse zu ermitteln. Mit dem Moodmetric Smart Ring werde so das persönliche Stresslevel ermittelt.

Die Forscherinnen und Forscher haben in einer Studie drei verschieden CRT-Systeme der Elektrizität ausgesetzt, und zwar in dem sehr geringen Umfang, wie sie bei der Bioimpedanz-Messung freigesetzt wird (mikroAmpère). Das Ergebnis: „Die Bioimpedanz-Elektrizität rief Störungen der CIED hervor, die die in Leitlinien akzeptierten Grenzwerte der Food an Drug Administration überschritten“, erläutert der Studienleiter Dr. Sanchez Terrones in einer Mitteilung des Journals zur Studie.

Diese Wirkung von Geräten mit Bioimpedanz auf CIED sei bisher nicht bekannt, so Terrones weiter. Man sollte jetzt eine größere Auswahl dieser Geräte mit ihrer möglichen Wirkung auf CIED testen und möglicherweise auch Tests zur Wirkung der Bioimpedanz bei Patienten mit implantierten CIED vornehmen. (eis)

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