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Auch herzkranke Diabetiker vertragen Betablocker

MÜNCHEN (grue). Viele herzinsuffiziente Patienten bekommen keinen Betablocker, obwohl das Kardiologen empfehlen. Als Grund dafür werden oft zu hohes Alter oder Begleiterkrankungen genannt. Beides spricht aber nicht generell gegen eine solche Behandlung.

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Hohes Alter und Begleiterkrankungen wie Diabetes, Nierenfunktionsstörungen oder leichte chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sind keine Gegenanzeigen für eine Herzinsuffizienz-Therapie mit Betablockern.

Darauf hat Professor Ferenc Follath vom Universitätskrankenhaus in Zürich auf einer Veranstaltung des Unternehmens Merck Pharma in München hingewiesen. Wird Bisoprolol (Concor® Cor) gut in das Gesamttherapiekonzept eingebaut und die Dosis langsam gesteigert, können bis zu 90 Prozent der Patienten mit stabiler Herzinsuffizienz mit der Substanz behandelt werden.

Tatsächlich, so Follath, erhalten in Europa aber nur wenig mehr als ein Drittel der Patienten einen Betablocker, von den über 75jährigen seien es nur 20 Prozent. In Deutschland sehen die Zahlen etwas besser aus, aber auch hier bekommen alte Patienten nur halb so häufig einen Betablocker wie jüngere.

Selbst wenn alte Patienten und solche mit schwerer Herzinsuffizienz keine hohe Betablocker-Dosis vertragen, sollte mit reduzierter Dosis behandelt werden, empfahl Follath. Dann hätten die Patienten eine bessere Prognose. "Ein niedrig dosierter Betablocker ist besser als gar kein Betablocker", sagte der Kardiologe.

Betablocker werden einer Studie zufolge bei Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium III noch von 87 Prozent der Patienten und im Stadium IV von 78 Prozent vertragen. "Eine Verschlechterung der Beschwerden unter einer Betablocker-Therapie ist relativ selten", so Follath.

Wie Professor Dirk van Veldhuisen aus Groningen in den Niederlanden berichtet hat, verzichteten in einer Therapiestudie mit insgesamt 808 stabil herzinsuffizienten Patienten nur zwölf Prozent wegen Symptomverschlechterung auf den Betablocker. Patienten mit Diabetes mellitus brachen zu 14 Prozent und solche mit einer COPD zu 15 Prozent die Behandlung ab.

"Auch dies belegt, daß die meisten Patienten gut mit dem Betablocker zurechtkommen", so van Veldhuisen. Schon nach drei Wochen verringere sich bei der Betablocker-Therapie das Sterberisiko, nach weiteren vier Wochen könne mit einer deutlichen Verringerung der Symptome gerechnet werden.

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