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Statistik

Auffällige Verschiebung bei häufigsten Todesursachen

Todesursache Nummer eins in Deutschland bleiben Herz- und Kreislaufversagen. Einige andere Krankheiten rücken aber mehr und mehr in den Fokus.

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HAMBURG. Es gibt eine auffällige Verschiebung in der Liste der häufigsten Todesursachen: Psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen wurden im vergangenen Jahr häufiger als Grund des Sterbens diagnostiziert.

Das geht aus einer am Donnerstag in Wiesbaden veröffentlichten Statistik hervor. Das dafür zuständige Bundesamt berichtete von 16,9 Prozent mehr Todesfällen in dieser Diagnosegruppe. In 80 Prozent dieser Sterbefälle war laut Statistik eine Demenzerkrankung die Todesursache.

Dahinter steckt auch, dass sich der Blick auf die Todesursachen verändert hat: Mehr als die unmittelbare Ursache (zum Beispiel Multiorganversagen) und deren Auslöser (etwa Lungenentzündung) rückt das Grundleiden (zum Beispiel Krebs) in den Fokus der Statistiker.

Grunderkrankung kann in Totenschein eingetragen werden

Ist ein verwirrter Mensch am Ende seines Lebens nicht mehr in der Lage, zu essen oder zu trinken, kann als Grunderkrankung Demenz in den Totenschein eingetragen werden, wie ein Destatis-Fachmann erklärte.

Insgesamt blieben auch 2013 Herz-/Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache. Fast 40 Prozent aller Sterbefälle - 153.309 Männer und 201.184 Frauen - waren darauf zurückzuführen, vor allem bei Älteren. Häufigste Einzeldiagnose ist hier der Herzinfarkt.

Der zweithäufigste Grund zu sterben sind weiter Krebserkrankungen. Ein Viertel aller Sterbefälle war 2013 einem Tumor geschuldet: 127.748 Männer und 102.094 Frauen starben daran.

Bei Männern waren Verdauungsorgane und Atmungsorgane am häufigsten betroffen. Bei Frauen ist Brustkrebs die häufigste Einzeldiagnose.

3,8 Prozent aller Todesfälle waren auf keine natürliche Ursache zurückzuführen. Gründe dafür sind zum Beispiel Verletzung oder Vergiftung, aber auch ein Sturz. 10.076 Menschen begingen Suizid - der Anteil der Männer ist fast dreimal so groß wie der der Frauen. 

Im Vorfeld der Todesursachen-Statistik hatte eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit ergeben, dass sich die Deutschen vor allem vor Krebs fürchten.

Demnach haben 69 Prozent Angst, an einem bösartigen Tumor zu erkranken. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Alzheimer oder Demenz sowie schwere Unfälle sind für knapp die Hälfte der Befragten (jeweils 49 Prozent) die größten Angstmacher.

Mehrheit ist zufrieden mit ihrem Gesundheitszustand

Ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand schätzen 88 Prozent der Befragten als gut oder sehr gut ein, wie die Krankenkasse mitteilte.

Besonders Schleswig-Holsteiner (95 Prozent), Baden-Württemberger und Bayern (jeweils 90) fühlen sich fit. Die Menschen in Sachsen-Anhalt (80), Sachsen (83) und Thüringen (85) sind der Studie zufolge nicht ganz so zufrieden mit ihrer Gesundheit..

Die Angst vor Krebs ist vor allem im Saarland verbreitet. Dort gaben 79 Prozent der Befragten an, dass sie vor dieser Krankheit am meisten Angst haben. Hessen nannten dagegen überdurchschnittlich oft Alzheimer (55) und schwere Unfälle (58) als besonders furchterregend.

Auch Angst vor Ebola abgefragt

Die Sorge vor einem Schlaganfall ist deutschlandweit für 47 Prozent am größten, die vor einem Herzinfarkt für 40 Prozent.

Erstmals wurde in der jährlichen Erhebung auch nach der Angst vor einer schweren Virus-Epidemie wie Ebola gefragt. Fast jeder Dritte (32 Prozent) gab an, sich vor dieser Krankheit am meisten zu fürchten.

Für die Erhaltung ihrer Gesundheit tun die Deutschen nach ihrer Einschätzung einiges. 80 Prozent der Befragten treiben nach eigenen Angaben Sport, fast ebenso viele trinken nur wenig Alkohol (79 Prozent) und achten auf die richtige Ernährung (78).

Mehr als zwei Drittel rauchen nicht (70) und halten sich geistig fit, indem sie Lesen oder andere Herausforderungen für ihren Kopf suchen (68).

Eins vernachlässigen sie aber nach Ansicht der Krankenkasse: die Vorsorge. Von den Männern sagten lediglich 45 Prozent, dass sie zur vorbeugenden Krebsuntersuchung gingen. Bei den Frauen waren dies 69 Prozent.

"Gerade Männer kümmern sich lieber um den Zustand ihres Autos als um die eigene Gesundheit", erklärte Dieter Carius von der DAK-Gesundheit. Er erinnerte zugleich: "Jeder vierte Deutsche stirbt an Krebs." (dpa)

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