Bald neue europäische Asthma-Leitlinie für Kinder

MÜNCHEN (sto/ikr). Viele Kinder mit leichtem bis mittelschwerem Asthma profitieren sowohl von einem inhalativen Kortikoid als auch von dem Leukotrien-Antagonisten Montelukast. Manche Kinder sprechen aber nur auf eine der beiden Medikationen an. Um allen Kindern gerecht zu werden, sind beide Optionen nötig.

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In einer Vergleichsstudie erhielten 126 Kinder und Jugendliche acht Wochen lang das inhalative Kortikoid (ICS) Fluticason oder Montelukast (in Deutschland als Singulair erhältlich). Danach wurde für acht Wochen jeweils mit der anderen Substanz behandelt (J Allergy Clin Immunol 115, 2005, 233).

Ergebnis: 17 Prozent der Patienten sprachen auf beide Therapieoptionen an, das heißt ihre Einsekundenkapazität (FEV1) besserte sich um mindestens 7,5 Prozent. 23 Prozent der Studienteilnehmer sprachen nur auf das ICS und fünf Prozent nur auf Montelukast an. 55 Prozent sprachen auf keine der beiden Optionen an, so Professor Ulrich Wahn von der Charité in Berlin bei einer Veranstaltung von MSD in München.

Von dem ICS alleine profitierten vor allem Kinder mit hohen Entzündungsparametern wie IgE. Der Leukotrien-Antagonist nutzte besonders jüngeren Kindern und solchen, bei denen das Asthma noch nicht sehr lange diagnostiziert war.

Für die Dauertherapie bei Kindern ab zwei Jahren mit leichtem persistierendem Asthma sollen niedrig dosierte ICS und Leukotrienrezeptor-Antagonisten wie Montelukast nach der neuen PRACTALL-Leitlinie künftig als Mittel der ersten Wahl auf gleicher Stufe stehen, sagte Wahn.

PRACTALL ist eine gemeinsame Initiative der amerikanischen und europäischen allergologischen Gesellschaften. Die Leitlinie soll im Juni beim europäischen Allergiekongress in Göteborg vorgestellt werden. Auch die Leitlinie der Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie empfiehlt ICS und als Alternative Montelukast für Kinder mit leichtem persistierendem Asthma.

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