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Beckenbodentraining bei Harnverlust - mit Fachschulung nutzt das viel!

HAMBURG (grue). In Deutschland hat etwa jede fünfte Frau zwischen 25 und 75 Jahren eine Harninkontinenz, davon ein Viertel stark. Aber nur jede Zweite geht mit dem Problem zum Arzt. Das hat jetzt eine repräsentative Umfrage bei 2700 Frauen ergeben. Außerdem: Frauen mit Belastungsinkontinenz erhalten noch zu selten ein Beckenbodentraining unter fachlicher Anleitung. Das soll sich nun ändern.

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Initiator der aktuellen Befragung ist die Women’s Health Coalition, die sich mit geschlechtsspezifischen Aspekten in der Medizin befaßt. An der Untersuchung haben als Kooperationspartner die Barmer Ersatzkasse, die Deutsche Kontinenz Gesellschaft sowie Boehringer Ingelheim und Lilly Deutschland mitgewirkt. Von den teilnehmenden Frauen sagten 21 Prozent, sie seien aktuell inkontinent, weitere 22 Prozent kannten das Problem von früher.

"Von den über 70jährigen Frauen waren sogar 37 Prozent zum Zeitpunkt der Befragung harninkontinent", so Professor Klaus-Peter Jünemann aus Kiel bei der Vorstellung der Daten in Hamburg. Die meisten Frauen sind ein- bis dreimal wöchentlich inkontinent, dabei fällt der ungewollte Harnverlust bei 84 Prozent aber eher gering aus. Die Mehrzahl der Frauen hat eine Belastungsinkontinenz, die bei 44 Prozent durch Handranggefühle noch verstärkt wird.

Ein Viertel der betroffenen Frauen hat einen starken Leidensdruck, doch selbst aus dieser Gruppe gehen nur 60 Prozent zum Arzt. Ansprechpartner sind dann zu 39 Prozent Hausärzte, zu 65 Prozent Gynäkologen und zu 58 Prozent Urologen.

"Für Diagnostik und Therapieverlauf sind Inkontinenz-Fragebögen und Miktionsprotokolle hilfreich", sagte der Urologe. Ergebe die Untersuchung etwa eine Belastungsinkontinenz, sollte ein Beckenbodentraining empfohlen werden, allerdings mit ausreichender Schulung der Patienten.

Denn: Beckenbodentraining nach fachlicher Anleitung sei deutlich effektiver als ein selbsterlerntes Übungsprogramm, betonte Jünemann. Nach den aktuellen Daten wird aber nur etwa jede fünfte Frau mit Belastungsinkontinenz zu einem Physiotherapeuten geschickt. Als besonders vorteilhaft bei Betroffenen hat sich die Kombination des Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers Duloxetin (Yentreve®) mit Beckenbodentraining erwiesen.

Die Barmer Ersatzkasse will die Versorgung harninkontinenter Frauen verbessern, etwa durch Einbeziehung von Gynäkologen in Hausarztverträge und durch Erweiterung ihres Kursangebotes. Dabei soll das richtige Blasen- und Beckenbodentraining von erfahrenen Physiotherapeuten vermittelt werden; die Kosten von zunächst sechs Kursstunden werden übernommen.

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