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Bei Portugiesischer Galeere ist Vorsicht angesagt

ULM (ner). Bewohner tropischer Meere sind faszinierend, für manchen unerfahrenen Taucher aber durchaus gefährlich. Biß- und Schnittverletzungen sowie Vergiftungen mancher Fischarten erfordern manchmal rasches Handeln.

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Die wichtigste Regel lautet "Abstand!", wie der Ulmer Anästhesist und Tauchmediziner Dr. Claus-Martin Muth und seine Kollegen erläutern (MMW 28, 2005, 27).

Denn kaum ein Meeresbewohner greift von sich aus an, sondern verteidigt sich, wenn er sich bedroht fühlt. Aber wie Abstand halten von etwas, das man nicht sieht? Viele Seetiere sind sehr gut getarnt und auf den ersten Blick kaum von ihrer Umgebung zu unterscheiden.

Im Sand eingegraben warten manche Giftfische auf Beute

Skorpionsfische zum Beispiel leben am Boden des Meeres, wo sie auf ihre Beute warten. Sie sind teilweise im Sand eingegraben. Ihren giftigen Stacheln "vertrauen sie so sehr, daß sie kaum die Flucht ergreifen, wenn man sich ihnen nähert", so Muth.

Das Gift verursacht Gewebsnekrosen. Bei einem Stich mit den drüsenbesetzten Stacheln treten starke, sich ausbreitende Schmerzen auf, die manchmal tagelang anhalten. Außerdem bildet sich ein lokales Ödem, es kommt zu Übelkeit, Schweißausbrüchen und allgemeinen Schwächegefühlen.

Bei Kontakt mit Nesseltieren wie der Seeanemone oder der Feuerkoralle kommt es ebenfalls zu Schmerzen, Hautrötung und Schwellung. Lebensbedrohlich kann die Vergiftung durch Quallen wie der Portugiesischen Galeere und durch Würfelquallen (Seewespen) sein, weil es im schlimmsten Fall zu Hämolyse und akutem Nierenversagen kommt. Bislang sind etwa 90 Todesfälle nach Kontakt mit der Würfelqualle Chironex bekannt, 70 davon aus Nordaustralien.

Prinzipiell sollte man nach Kontakt, Bissen oder Stichen sofort das Wasser verlassen. Außerdem raten Muth und seine Kollegen dazu, Stacheln, Nesselkapseln oder größere Tentakelreste mit einer Pinzette und geschützt mit einem Handschuh zu entfernen, Dann sollten die Hautareale abgewaschen werden, und zwar mit Meerwasser.

Oft hilft es, Sand auf die verletzte Haut zu streuen

Ungeeignet sind Süßwasser oder Alkohol, weil etwa Giftkapseln sonst platzen. Nesselkapseln können auch mit Haushaltsessig beseitigt werden. Eine wirksame Maßnahme sei es außerdem, so Muth, die Hautregion mit Sand zu bestreuen, ihn trocknen zu lassen und anschließend mit einem Messerrücken abzuschaben.

Gegebenenfalls sind Schocklagerung und Reanimation erforderlich. Gegen manche Gifte gibt es spezifische Antiseren, etwa gegen die Toxine der Würfelquallen oder der Steinfische.

Wer in Begleitung erfahrener Taucher ins Wasser geht, muß jedoch keine Angst vor solchen Kontakten der besonderen Art haben, wenn er die Verhaltensregeln beachtet. Durch Vorsicht und Aufmerksamkeit ließen sich Verletzungen durch Meeresbewohner nahezu vollständig verhindern, versicherte Muth.

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