Blutdruckmessung

Bei Seitendifferenz Hinweis auf PAVK

Besteht bei einem Patienten eine Seitendifferenz der Blutdruckwerte, liefert dies einen diagnostischen Hinweis auf eine PAVK.

Veröffentlicht:

EXETER. Der Blutdruck sollte routinemäßig immer an beiden Armen gemessen werden. Seitendifferenzen der Blutdruckwerte können nämlich wichtige diagnostische Hinweise geben. Deutliche Unterschiede beider Blutdruckwerte sind zudem ein prognostischer Indikator für ein erhöhtes Sterberisiko

In Hypertonie-Leitlinien wird die beidseitige Blutdruckmessung schon seit längerem empfohlen - primär zur Vermeidung von Messfehlern. In der Praxis wird die Empfehlung allerdings kaum befolgt.

Eine Forschergruppe um Dr. Christopher E. Clark aus Exeter hält das für falsch, da so Chancen auf eine frühe Entdeckung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) vergeben und prognostische Warnsignale übersehen würden.

20 Studien ausgewertet

Die britische Arbeitsgruppe hat Daten aus insgesamt 20 Untersuchungen, darunter fünf invasive Studien mit angiografischer Bildgebung, ausgewertet, in denen es um die Frage der Seitendifferenz von Blutdruckwerten ging (The Lancet 2012; 379 (9819): 905 - 914).

In den invasiven Studien unterschieden sich die Blutdruckwerte bei Patienten mit gesicherter Stenose der Arteria subclavia im Mittel um 36,9 mmHg. Bereits bei Unterschieden von 10 mmHg war eine enge Assoziation mit Subclavia-Stenosen zu beobachten.

In Studien ohne Bildgebung ging eine Seitendifferenz der Blutdruckwerte von 15 mmHg oder mehr mit einer um 60 Prozent höheren Gesamtmortalität und einer um 70 Prozent höheren kardiovaskulären Mortalität einher.

Das Risiko für eine PAVK war in diesem Fall sogar um den Faktor 2,5 erhöht. Die Autoren halten deshalb die Blutdruckmessung an beiden Armen für eine hilfreiche Methode zur Diagnose einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.

Die Spezifität betrug bei einem Seitenunterschied von mehr als 15 mmHg immerhin 96 Prozent. (ob)

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