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Bei wem sich eine intensive Lipidsenkung lohnt

LONDON (ob). Für die Auswahl von Patienten, deren LDL-Cholesterinspiegel besonders stark gesenkt werden sollte, liefert eine neue Studie jetzt hilfreiche Kriterien. Danach profitieren Patienten mit KHK, bei denen zusätzlich kardiometabolische Veränderungen (Metabolisches Syndrom) bestehen, in besonderem Maße von einer aggressiven Statintherapie mit Atorvastatin in hoher Dosierung.

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Daß KHK-Patienten zur Cholesterinsenkung ein Statin erhalten sollten, steht inzwischen außer Frage. Weniger klar war, wie tief bei ihnen das LDL-Cholesterin gesenkt werden sollte.

In der TNT-Studie (Treating to New Targets) ist nachgewiesen worden, daß eine intensive Lipidsenkung (mit 80 mg Atorvastatin pro Tag, in Deutschland als Sortis® verfügbar) bei stabiler KHK kardiovaskulären Ereignissen effektiver vorbeugt als eine dem Standard entsprechende moderate Reduktion (mit 10 mg Atorvastatin). Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Metaanalyse von vier großen Vergleichsstudien bestätigen den klinischen Vorteil der aggressiveren Statintherapie.

In einer neuen Nach-Analyse haben die Autoren der TNT-Studie nun die relative Wirksamkeit beider Atorvastatin-Regime bei denjenigen KHK-Patienten genauer untersucht, die zusätzlich zur Koronarerkrankung Charakteristika des Metabolischen Syndroms (etwa Übergewicht oder Fettleibigkeit, erhöhte Triglyzeride, niedriges HDL-Cholesterin, Nüchtern-Blutzucker > 100 mg/dl) aufwiesen (Lancet, Online-Veröffentlichung). Auch Diabetiker wurden dieser Subgruppe, die 5584 der insgesamt 10 001 Studienteilnehmer umfaßte, zugerechnet.

Bei KHK-Patienten mit Metabolischem Syndrom (mit oder ohne Diabetes) war die Rate kardiovaskulärer Ereignisse im Studienverlauf besonders hoch. Zugleich profitierte die Subgruppe überdurchschnittlich von der starken Lipidsenkung (erreichter LDL-Wert: 73 mg/dl) mit 80 mg Atorvastatin.

Damit konnte die Rate schwerwiegender Ereignisse (Koronartod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzstillstand) im Vergleich zur moderateren Lipidtherapie (erreichter LDL-Wert: 99 mg/dl) im knapp fünfjährigen Therapiezeitraum signifikant um 29 Prozent gesenkt werden (von 13 Prozent auf 9,5 Prozent).

Entsprechend hoch war der absolute Zusatznutzen der intensiveren Therapie. Nach der neuen Analyse mußten 29 KHK-Patienten mit Metabolischem Syndrom und/oder Diabetes fünf Jahre lang mit 80 mg Atorvastatin behandelt werden, um über den präventiven Effekt einer lipidsenkenden Standardtherapie hinaus ein weiteres schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis zu verhindern.

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