Direkt zum Inhaltsbereich

Beidseitige Mastektomie - weniger Krebs

HOUSTON (ikr). Manche Frauen, denen wegen eines Karzinoms eine Brust entfernt wurde, erwägen aus Angst vor weiteren Tumoren auch die Amputation der anderen Brust. Bei welchen Frauen sich eine solche aggressive Schutzmaßnahme am ehesten lohnt, haben jetzt US-Forscher herausgefunden.

Veröffentlicht:
Die Entfernung der Brust reduziert das Rezidivrisiko.

Die Entfernung der Brust reduziert das Rezidivrisiko.

© Foto: fuxwww.fotolia.de

Brustkrebs-Patientinnen mit einem sehr hohen Risiko für ein Mammakarzinom in der kontralateralen Brust sind nach den Ergebnissen der aktuellen Studie:

  • Frauen mit einem 5-Jahres-Gail- Risiko von mindestens 1,67 Prozent,
  • Frauen mit einem multizentrischen Tumor in der befallenen Brust sowie
  • Frauen, die einen Tumor mit invasiver, lobulärer Histologie in der bereits betroffenen Brust haben.

Die Arbeitsgruppe um Professor Kelly K. Hunt aus Houston in Texas /  USA hat jetzt die Krankendaten von 542 Frauen mit einseitigem Brustkrebs analysiert, die sich einer kontralateralen Mastektomie unterzogen (Cancer online, 26. Januar 2009).

Die Amputation der kontralateralen Brust hatte nach Angaben der US-Forscher einen großen Schutzeffekt. Bei 25 Frauen (4,6 Prozent) wurde ein okkultes Karzinom in der gegenüberliegenden Brust diagnostiziert. Dabei hatten sich die drei zuvor genannten Parameter als starke, unabhängige Risikofaktoren herauskristallisiert. Genauer gesagt: 13 der betroffenen Frauen hatten ein Gail-Risiko von mindestens 1,67 Prozent. Das Risiko für einen kontralateralen Tumor war bei ihnen um den Faktor 3,5 erhöht.

Bei acht Frauen in der US-amerikanischen Studie hatte der Tumor in der bereits betroffenen Brust eine lobuläre Histologie. Das Risiko für die Entstehung eines Karzinoms in der gegenüberliegenden Brust war bei ihnen um das 3,4-Fache erhöht. Fünf Frauen hatten einen multizentrischen Ersttumor. Das Risiko für ein Malignom in der gegenüberliegenden Brust war bei ihnen um den Faktor 3,1 erhöht.

So berechnet sich das Gail-Risiko

Aus den Ergebnissen mehrerer Studien zum Brustkrebsrisiko in den nächsten fünf Jahren haben US-Forscher um Dr. Mitchell H.Gail einen Schwellenwert errechnet, ab dem das 5-Jahres- Risiko für ein invasives Mammakarzinom sehr hoch ist. Dieser beträgt 1,67 Prozent.

Für die Berechnung werden Parameter herangezogen wie Lebensalter und Zeitpunkt der Menarche  / Menopause. Das National Cancer Institute erklärt den Test auf: http://www.cancer.gov/bcrisktool/

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prädisposition für Übergewicht

Erhöhte Sterblichkeit bei Brustkrebs durch genetisches BMI-Risiko

5-Jahres-Daten aus PHERGain

HER2-positiver Brustkrebs: Weniger Chemotherapie möglich

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Arzt stellt während einer ärztlichen Konsultation und Untersuchung ein Rezept für einen Asthma-Inhalator aus.

© Goffkein / stock.adobe.com

Asthmakontrolle und SABA-Übergebrauch

Schlecht kontrolliertes Asthma: Was getan werden kann

Dreidimensionale medizinische Illustration des Varicella-Zoster-Virus, einem Virus das Windpocken, Hautblasen, Nesselsucht, Wunden und Gürtelrose verursacht.

© Corona Borealis / stock.adobe.com

Atypische Symptome

Kasuistik: Periphere Fazialisparese mit erstaunlicher Ursache