Mammografie plus Tomosynthese

Beim Brustkrebs-Screening mehr Treffsicherheit

Mit digitaler Mammografie plus Tomosynthese werden mehr Karzinome entdeckt als bei der herkömmlichen Bildgebung.

Veröffentlicht:

PARK RIDGE. Bei der Tomosynthese werden aus verschiedenen Winkeln Schichtaufnahmen der Brust erzeugt. Die daraus abgeleitete dreidimensionale Darstellung hat gegenüber der konventionellen Mammografie den Vorteil, dass Überlagerungseffekte reduziert werden.

Karzinome sind klarer zu erkennen, falsch-positive Befunde eher zu vermeiden. Die digitale Brust-Tomosynthese (DBT) könnte daher die Nutzen-Risiko-Bilanz des Brustkrebs-Screenings verbessern.

Zumindest für die Kombination aus herkömmlicher digitaler Mammografie und DBT wird dies nun durch eine große Multizenter-Studie nahegelegt: Bei den damit untersuchten Frauen gab es 15 Prozent weniger Wiedereinbestellungen, aber 29 Prozent mehr Krebsdiagnosen als bei den Frauen mit konventioneller Bildgebung (JAMA 2014; 311: 2499).

In der retrospektiven US-Studie waren Screening-Ergebnisse von 13 Brustkrebszentren aus der Zeit vor und nach der Einführung der neuen 3-D-Technik verglichen worden.

In den Jahren 2010/2011 war bei 281.187 Frauen per digitaler Mammografie, in den Jahren 2011/2012 bei 173.663 Frauen per digitaler Mammografie plus DBT nach Krebs gesucht worden.

Plus an invasiven Karzinomen

Pro 1000 Reihenuntersuchungen wurden in der ersten Phase 107 Frauen erneut einbestellt, in der zweiten waren es nur noch 91. Bei den Biopsien war dagegen ein Anstieg zu verzeichnen, von 18,1 auf 19,3 pro 1000. Dafür erhöhte sich allerdings die Zahl der Krebsdiagnosen von 4,2 auf 5,4 pro 1000 gescreente Frauen.

Verantwortlich für diesen Zuwachs war allein ein Plus bei den invasiven Karzinomen (von 2,9 auf 4,1 pro 1000); der Anteil an duktalen In-situ-Karzinomen blieb unverändert.

Mit der Hinzunahme der DBT stieg damit die Wahrscheinlichkeit, dass eine Nachuntersuchung oder Biopsie tatsächlich eine Krebserkrankung ergab, und zwar von 4,3 auf 6,4 Prozent beziehungsweise von 24,2 auf 29,2 Prozent.

"Der Rückgang von unnötigen Tests und Biopsien bei gleichzeitiger Zunahme der Krebsdiagnosen spricht für den Nutzen der Tomosynthese als Screening-Instrument", schreiben die Studienautoren um Sarah M. Friedewald vom Caldwell Breast Center im US-Bundesstaat Illinois.

Zwei prospektive monozentrische Studien aus dem letzten Jahr hatten der zusätzlichen DBT ähnliche Vorteile attestiert. Was bislang fehlt, sind Daten zum klinischen Nutzen. Ob die Zunahme der Brustkrebsdiagnosen sich in einem Rückgang der (Brustkrebs-)Mortalität niederschlägt, kann durch die vorliegenden Studien nicht beantwortet werden. (bs)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Brustkrebspatientin gegen Herpes zoster impfen?

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Studie aus Schweden

Dermatozoenwahn – frühes Anzeichen von Demenz?

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende

Humane Papillomviren

Lässt sich Menstruationsblut für die Krebsfrüherkennung nutzen?

Lesetipps