Skelett- & Weichteilkrankheiten

Beim Gichtanfall lohnt sich Homöopathie

Bei akuten Krankheiten Homöopathika nach der Methode der bewährten Indikationen einzusetzen - das ist das Prinzip der organotropen Homöopathie. Auch bei akuten Exazerbationen ist diese Behandlungsart erfolgreich. Zum Beispiel bei einem Gichtanfall.

Von Ursula Armstrong Veröffentlicht: 03.12.2008, 05:00 Uhr

Gicht ist ein relativ häufiges Thema in der Praxis von Allgemeinmedizinern. Chronische Krankheiten sind zwar gerade nicht die Domäne der Homöopathie nach bewährten Indikationen. Bei akuten Exazerbationen ist die Methode aber sehr wirksam. "Beim akuten Gichtanfall gibt es die Möglichkeit, schnell zu helfen, auch parallel zur klassischen schulmedizinischen Behandlung", sagte Dr. Andreas Wacker. Der Arzt für Homöopathie in Mannheim referierte auf dem Seminar "Homöopathie für die tägliche Praxis" der "Ärzte Zeitung" in Dresden.

Fünf homöopathische Mittel können beim Gichtanfall infrage kommen. Um das jeweils am besten Passende auszuwählen, orientiert man sich an den Symptomen, den Auslösern der Beschwerden und an den Modalitäten, also den Bedingungen, unter denen sich die Beschwerden verringern oder verschlimmern. Das Verfahren ist aber einfach und geht schnell.

Auf die Art der Symptome kommt es an

Liegt eine starke, rosa Schwellung vor und lindert Kälte die Beschwerden, ist Apis mellifica (Honigbiene) indiziert. Ist das betroffene Gelenk dagegen tomatenrot und überwärmt, dann ist Belladonna (Tollkirsche) das richtige Mittel. Typisch ist dann auch, dass den Patienten trotz des heißen Gelenks lokale Wärme gut tut. Friert der Kranke dagegen stark, fühlt er sich kalt an (auch die Nasenspitze) und lehnt er dennoch äußere Wärme ab, dann ist Ledum palustre (Sumpfporst) das richtige Mittel. Diese Patienten wollen "paradoxerweise" ihr kaltes gichtiges Gelenk kühlen, sagte Wacker auf der von der Deutschen Homöopathie-Union unterstützten Veranstaltung.

Bei Überanstrengung ist Arnica das Richtige

Ist der akute Gichtanfall durch Überanstrengung ausgelöst und etwa nach einer Wanderung aufgetreten, sollte man zu Arnica greifen. Ist der Anfall andererseits Folge von einer Schlemmerei, also von Überessen und Alkohol, ist Nux vomica (Brechnuss) angezeigt.

Wacker rät für die Therapie mit den Homöopathika zur Potenz D12. Die Dosierung der Mittel richte sich nach der Schwere der Beschwerden des Patienten: Im sehr akuten Fall wird am ersten Tag stündlich eine Dosis (fünf Globuli, fünf bis zehn Tropfen oder eine Tablette) genommen. Am nächsten Tag wird die Therapie dann alle zwei Stunden fortgesetzt und schließlich wird dreimal täglich weiterbehandelt - und zwar bis sich die Beschwerden des Patienten deutlich gebessert haben. Und das, so Wacker, gehe in der Regel sehr schnell.

Eine Praxishilfe für den raschen Einstieg

Das Handbuch "Homöopathie - Ein praktischer Leitfaden", das die "Ärzte Zeitung" vertreibt, eignet sich auch zum Einstieg in die Methode für Kollegen, die noch wenig Erfahrung mit Homöopathie haben. Für die 13 zertifizierten Kapitel des Homöopathie-Handbuches können Ärzte bis zu 26 CME-Fortbildungspunkte sammeln. (eb)

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