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Forscher kritisieren

Beipackzettel zu Arznei-Pflaster mangelhaft?

In Packungsbeilagen von Wirkstoffpflastern fehlten wichtige Hinweise zum sicheren Umgang mit den Präparaten, bemängeln Heidelberger Forscher.

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HEIDELBERG. Forscher des Uniklinikums Heidelberg haben die Packungsbeilagen von allen im Jahr 2016 in Deutschland verfügbaren Wirkstoffpflastern, darunter Pflaster zur Schmerztherapie, Hormonersatztherapie und Rauchstopp, untersucht – insgesamt 81 unterschiedliche Packungsbeilagen.

In jeder Packungsbeilage fehlten wichtige Anwendungshinweise, wie die Forscher um Dr. Anette Lampert berichten (Dtsch med Wochenschr 2019; 144(05):e36-e41). Dies könne die fehlerfreie Anwendung der Arzneimittel gefährden – auch wenn die formellen Vorgaben der Europäischen Zulassungsbehörde bei allen Packungsbeilagen erfüllt waren.

Basis der aktuellen Untersuchung war eine vorangegangene Literaturstudie der Heidelberger Forscher. Dabei wurden fehleranfällige Anwendungsschritte beim Gebrauch der Medikamentenpflaster identifiziert, die bei falscher Ausführung tatsächlich mit einer unerwünschten Wirkung oder Therapieversagen in Zusammenhang stehen, wie das Uniklinikum berichtet.

Auf diese 28 Anwendungshinweise hin wurden in der aktuellen Studie die Packungsbeilagen untersucht. Ergebnis: Keine Packungsbeilage enthielt alle 28 Hinweise.

„Wir fordern Ärzte und Apotheker auf, die Patienten genau über die Risiken einer falschen Anwendung zu informieren und bei der Beratung besonderes Augenmerk auf die Aspekte zu legen, die in den Packungsbeilagen noch nicht standardisiert enthalten sind“, wird Studienautor Professor Walter E. Haefeli in der Mitteilung zitiert.

Als Beispiel für eine mögliche falsche Anwendung nennt das Uniklinikum: „Die Haut muss unverletzt und frei von Haaren sein, damit die Pflaster gut haften und eine gleichmäßige Wirkstoffaufnahme über die Haut möglich ist.“ Medikamentenpflaster dürften zudem nicht zerschnitten werden, da ansonsten die gleichmäßige Wirkstofffreigabe gestört werden kann. (eb)

Das Uniklinikum Heidelberg hat eine Broschüre zur richtigen Anwendung von Wirkstoffpflastern entwickelt: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/medizinische_klinik/Abteilung_6/

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