Bewegung stärkt Gelenkknorpel bei Gonarthrose

MALMÖ (ner). Menschen mit Meniskusschäden sollten moderat Sport treiben, berichten schwedische Orthopäden. Denn die Qualität des Gelenkknorpels kann durch Sport verbessert werden. Und: Womöglich beugt körperliche Aktivität einer Gonarthrose vor.

Veröffentlicht:

Verbreitet ist die Auffassung, wonach eine Arthrose durch zusätzliche Belastung beschleunigt voranschreitet. Das stimmt so wohl nicht, berichten Dr. Ewa M. Roos und Dr. Leif Dahlberg vom Universitätskrankenhaus in Malmö in Schweden.

Die Ärzte hatten 30 Männer und Frauen zwischen 35 und 50 Jahren mit bekannten Meniskusschäden, die eine partielle Meniskektomie hinter sich hatten, untersucht. Die meisten Teilnehmer hatten mindestens einmal monatlich Kniebeschwerden, elf hatten eine manifeste Gonarthrose. Die Patienten wurden entweder einer Übungs- oder Kontrollgruppe zugeteilt.

In der Übungsgruppe machten die Teilnehmer vier Monate lang Sport - dreimal pro Woche eine Stunde lang. Zum Aufwärmen fuhren sie auf Fahrrad-Ergometern, machten Seilspringen oder joggten auf einem Trampolin.

Dann gab es unter Anleitung von geschulten Physiotherapeuten Übungen mit leichter Gewichtsbelastung, etwa Kniebeugen mit Hanteln oder Balancieren auf einem Bein mit Halten eines Balls über dem Kopf.

Vor Beginn und nach Abschluß der viermonatigen Intervention wurde bei allen Teilnehmern eine Magnet-resonanz-Tomographie der Kniegelenke gemacht. Dabei wurde mit Hilfe von Kontrastmittel der Glukosaminoglykan-Gehalt des Knorpels bestimmt. Glukosaminoglykan ist wichtig für Widerstandsfähigkeit und Elastizität des Knorpels.

Zu Beginn der Studie war der Glukosaminoglykan-Gehalt bei allen Patienten ähnlich. Am Studienende hatte in der Übungsgruppe der Glukosaminoglykan-Gehalt deutlich zugenommen, nicht aber in der Kontrollgruppe.

Der Unterschied zwischen den Gruppen war signifikant. Je mehr die Patienten körperlich aktiv waren, desto höher war auch der Gehalt an Glukosaminoglykan im Knorpel, berichten die Ärzte (Arthritis & Rheumatism 52, 2005, 3507).

Die Orthopäden räumen zwar ein, daß die kleine Studie nur begrenzt allgemeine Aussagen zu Auswirkungen von Sport auf die Arthrose-Entwicklung zuläßt. Jedoch würden vorangegangene Tier- und In-vitro-Studien bestätigt, wonach sich die Knorpelqualität unter Belastung verbessert. Zumindest für Menschen mit hohem Gonarthrose-Risiko sei anzunehmen, daß die körperlichen Übungen vorbeugende Effekte haben.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: Was bringen Digitoxin und Vericiguat?

US-Analyse

Was Bewegung bei diesen sieben Krebsarten bringt

Lesetipps
Der Arzt bereitet die epidurale Injektion vor.

© karrastock / stock.adobe.com

Kontroverse um epidurale Injektionen

Spritzen an der Wirbelsäule: Welche Empfehlungen jetzt für die Praxis gelten