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Biological normalisiert Wachstum bei Kindern mit Rheuma

HELSINKI (hub). Kinder mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) haben oft ein verzögertes Wachstum. Die Therapie mit einem TNFa-Blocker ist dann doppelt wirksam: Sie reduziert die Krankheitsaktivität und sie normalisiert das Wachstum, hat eine Studie ergeben.

Veröffentlicht:

71 Kinder und Jugendliche mit JIA -Durchschnittsalter 9,6 Jahren - nahmen an der Untersuchung teil. Die mittlere Krankheitsdauer betrug 5,7 Jahre. In einem Zeitraum von zwei Jahren vor und zwei Jahren nach Beginn der Therapie mit einem TNFa-Blocker (Etanercept oder Infliximab) wurden Körpergröße und Gewicht ausgewertet (Ann Rheum Dis 65, 2006, 1044).

Von den Patienten hatten 53 vor der Therapie ein verzögertes Wachstum. Die anderen 18 JIA-Patienten wuchsen für ihr Alter normal. Durch die Behandlung mit dem Biological normalisierte sich das Wachstum der 53 Patienten, die zuvor für ihr Alter zu langsam wuchsen: Pro Jahr wuchsen sie 1,8 cm mehr als vor der Therapie. Das schnellere Wachstum war auch mit einer größeren Gewichtszunahme verbunden (plus 11,2 bis 15,5 Prozent). Bei den 18 Patienten, die vor der Biological-Therapie keine Wachstumsretardierung hatten, änderten sich Wachstum und Gewichtszunahme nicht.

Die Ergebnisse waren unabhängig von der Pubertätsentwicklung: Wurden nur die Daten der 27 Patienten unter neun Jahren allein ausgewertet, ergab das ein ähnliches Resultat.

Zudem reduzierte die TNFa-Therapie Krankheitsaktivität bei allen Patienten deutlich: Bei jedem Zweiten war die Krankheit inaktiv (keine entzündeten Gelenke, normale BSG- oder CRP-Werte), bei jedem Vierten besserten sich die Symptome um 70 Prozent und bei 17 Prozent der Patienten um 30 Prozent.

Das einzige mit der Indikation JIA zugelassene Biological in Deutschland ist Etanercept (Enbrel®).



STICHWORT

JIA

Definition: Juvenile idiopathische Arthritis (JIA) umfasst mehrere Krankheitsentitäten, etwa systemische Arthritis, Oligoarthritis, RF-negative und RF-positive Polyarthritis, alle mit lang anhaltender oder rezidivierender Gelenkentzündung

Prävalenz: 20 von 100 000 Kindern

Verdachtsdiagnose: anhaltende schmerzhafte Gelenkschwellungen, zusätzlich oft Uveitis; CAVE: Kinder äußern oft nicht den Schmerz; Bedeutung der Nozizeption wird unterschätzt; unruhiger Schlaf, Getragen-Werden-Wollen und Schonhaltungen sind Schmerzindikatoren. (eb)

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