Studie zu Brustkrebs

Biomarker helfen, Metastasen im Knochen früh zu erkennen

Veröffentlicht: 19.12.2018, 09:03 Uhr

DRESDEN. Forscher haben zwei Biomarker des Knochenstoffwechsels entdeckt, mit denen sich der Verlauf von Brustkrebs über einen Zehnjahreszeitraum besser vorhersagen lässt, so das Uniklinikum Dresden.

An der Studie nahmen 509 Patientinnen mit lokal begrenztem, noch nicht metastasierten Brustkrebs teil (Clin Cancer Res 2018; online 13. November). Mit RANKL und OPG bestimmten die Forscher zum Zeitpunkt der Op zwei Proteine im Blut. Diese beiden Biomarker sind aus dem Knochenstoffwechsel bekannt, wo sie die Knochen abbauenden Osteoklasten regulieren. Zudem wurden zeitgleich in das Knochenmark disseminierte Tumorzellen analysiert.

Die Studie ergab, dass ein hoher RANKL-Spiegel vor allem bei Patientinnen mit nachgewiesenen disseminierten Tumorzellen auftritt und ein fast fünffach erhöhtes Risiko für das spätere Auftreten von Knochenmetastasen anzeigt. „Einige wenige Tumorzellen im Knochenmark hinterlassen bereits deutliche Spuren bei diesen Biomarkern“, wird Studienkoordinator Privatdozent Dr. Tilman Rachner in der Mitteilung der Uniklinik zitiert.

 Mit RANKL und OPG lasse sich das Knocheninnere und somit die mögliche Ausbreitung von Metastasen besser einschätzen, so das Uniklinikum. Eine frühzeitige Analyse der beiden Biomarker und die Bestimmung von disseminierten Tumorzellen kann die Vorhersage für das Auftreten von Knochenmetastasen bei Brustkrebspatientinnen verbessern, schreiben die Wissenschaftler in der Publikation zur Studie. Bevor aber diese Bluttests im klinischen Alltag eingesetzt werden, sind weitere Studien zur Validierung nötig.

„Da wir mit Denosumab einen Antikörper gegen RANKL bereits als bewährtes Medikament gegen Osteoporose haben, ergibt sich daraus eine interessante Therapiemöglichkeit, vor allem bei einer Hoch-Risiko-Gruppe für Knochenmetastasen“, fügt Professor Lorenz Hofbauer an. Er ist Sprecher des nationalen Schwerpunktprogramms μBONE der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das seit 2018 Mechanismen der Knochenbesiedlung durch Tumoren erforscht. (eb)

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