Bipolare Störung wird oft erst nach Jahren erkannt

BERLIN (gvg). Bei Patienten mit bipolaren Erkrankungen vergehen in Deutschland noch immer im Schnitt acht Jahre, bis nach dem Auftreten der ersten Symptomen die richtige Diagnose gestellt wird. Häufig liegt das daran, daß leichte manische Phasen nur schwer zu erkennen sind und daher meist eine unipolare Depression diagnostiziert wird.

Veröffentlicht:

Das hat Dr. Mazda Adli von der Charité in Berlin auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für bipolare Störungen berichtet. Auch für Psychiater sei die korrekte Diagnose schwierig. Etwa bei der Hälfte der Patienten bedürfe es drei und mehr Besuche beim Psychiater, bis die korrekte Diagnose gestellt werde, so der Psychiater auf einer Veranstaltung von Lilly.

Unter anderem liege das daran, daß in der internationalen ICD-10-Klassifikation, anders als in der US-amerikanischen DSM IV, die bipolare Störung Typ II nicht als eigene Diagnose aufgeführt sei. Die Typ-II-Störung ist jedoch die häufigste bipolare Erkrankung. Bei ihr wechseln milde manische mit schweren depressiven Episoden. Daher werde für viele dieser Patienten immer noch die falsche Diagnose "unipolare Depression" gestellt. Der Irrtum wiegt insofern schwer, als sich die Therapien bei diesen Erkrankungen deutlich unterscheiden.

"Generell können wir in Deutschland von massiver Unterversorgung der Patienten mit bipolaren Störungen sprechen", sagte Adli. Nach zehn Krankheitsjahren sei noch mehr als ein Drittel der Betroffenen unbehandelt. Das sei umso schlimmer, als es heute Alternativen zu den lange als Standard geltenden, aber oft schlecht vertragenen Lithium-Präparaten gebe. So hätten Langzeitstudien ergeben, daß bei Manien vor allem atypische Neuroleptika wie das bei bipolaren Störungen gut untersuchte Olanzapin (Zyprexa®) dem Lithium ebenbürtig oder überlegen sind.

Mehr zum Thema

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Hepatische und kardiovaskuläre Folgen

Steatotische Leberleiden unterscheiden sich prognostisch

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Lesetipps
Eine Krankenschwester misst die Temperatur einer älteren Frau mit einem berührungslosen Infrarot-Thermometer.

© amnaj - stock.adobe.com

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!