Blaue Flecken können Zeichen für Krebs sein

BERLIN (dru). Die meisten krebskranken Kinder verlassen das Krankenhaus heute als geheilt. Bei rechtzeitiger Diagnose liegt diese Chance bei 74 Prozent.

Veröffentlicht:

Insgesamt ist Krebs bei Kindern selten. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 2000 Kinder. Trotzdem müßten die Kollegen diese Diagnose im Hinterkopf behalten, so Professor Günter Henze, pädiatrischer Onkologie an der Charité, bei einem Krebskongreß in Berlin.

Auch Ärzte weigerten sich oft unbewußt, an eine bösartige Krankheit zu denken und bagatellisierten die Beschwerden. Wie leicht eine Krebserkrankung übersehen werden kann, zeige die Krankengeschichte eines zwölfjährigen Patienten, so Henze.

Der Junge fühlte sich schwach und wollte im Bett bleiben, was sonst nicht seine Art war. Er war blaß, hatte blaue Flecken und kleine rote Pünktchen. Der Kinderarzt beruhigte die Eltern und meinte, die Symptome seien jahreszeitlich bedingt. Eine komplette körperliche Untersuchung oder Labortests wurden nicht gemacht.

Der Zustand des Jungen verschlechterte sich, die Eltern suchten erneut den Kinderarzt auf. Nach einer Blutentnahme kam nachmittags der Anruf vom Arzt: Der Junge müsse sofort in die Kinderklinik, er habe akute myeloische Leukämie.

Henze sagte, daß seine jungen Patienten immer die Wahrheit über ihre Erkrankung erfahren. "Nur wer weiß, wie ernst die Krankheit ist, arbeitet auch motiviert bei der Therapie mit."

Entscheidend für den Erfolg der Behandlung sei vor allem die schnelle und richtige Diagnose. In der onkologischen Kinderheilkunde der Charité wurde der Junge betreut und versorgt. Henze: "Wir gehen davon aus, daß wir den Jungen geheilt haben."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Metaanalyse von randomisierten Studien

Wie verändern GLP-1-Rezeptoragonisten das Krebsrisiko?

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vorschau aufs Wochenende

Herzkongress ESC 2025: Diese neuen Studien stehen im Blickpunkt

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen

Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung sind zwar hoch akzeptiert, aber komplett verzichten kann man auf die HbA1c-Messung (noch) nicht.

© stivog / stock.adobe.com

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Rezeptunterschrift? Immer eigenhändig. Immer!

© detailblick-foto / stock.adobe.com

Bundessozialgericht

Rezeptunterschrift gestempelt: Internist drohen 1,24 Millionen Euro Regress