Direkt zum Inhaltsbereich

Blutdruck lässt sich abends besser senken

Ein hilfreicher Tipp für Patienten mit Bluthochdruck: Nehmt eure Blutdrucksenker abends. Diese Empfehlung legt jedenfalls eine neue Studie aus Spanien nahe.

Veröffentlicht:
Arznei am Abend - bei Hypertonie offenbar mit Vorteilen.

Arznei am Abend - bei Hypertonie offenbar mit Vorteilen.

© shutterstock

VIGO (ob). Durch eine einfache Therapiemodifikation kann die Blutdruckeinstellung von Hypertonikern und deren Prognose offenbar verbessert werden: Sie müssen nur die Einnahme ihrer Blutdrucksenker vom Morgen auf den Abend verlegen.

Dass die abendliche Einnahme von Antihypertensiva in doppelter Hinsicht, nämlich für die Reduktion des Blutdrucks wie auch des kardiovaskulären Risikos, von Vorteil ist, glauben spanische Forscher um Dr. Ramon Hermida aus Vigo mit neuen Studiendaten belegen zu können.

An ihrer jüngst veröffentlichten Studie waren 661 Hypertoniker mit chronischer Nierenerkrankung beteiligt, die ihre antihypertensive Medikation entweder - wie allgemein üblich - komplett am Morgen oder mindestens ein Antihypertensivum am Abend einnahmen (J Am Soc Nephrol 2011; online).

Substudie deckt sich mit der Hauptstudie

Nach einer Beobachtungsdauer von 5,4 Jahren kamen die Untersucher zu dem Ergebnis: Hypertoniker mit abendlicher Einnahme der Medikation hatten, dokumentiert per Langzeit-Blutdruckmessung, nicht nur signifikant niedrigere nächtliche Blutdruckwerte.

Auch ihr Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse war relativ um etwa 70 Prozent niedriger als das von Patienten, die ihre Arznei morgens schluckten.

Die aktuelle Analyse ist eine Substudie der vor etwa einem Jahr veröffentlichten MAPEC-Studie, an der 2156 Patienten mit Bluthochdruck beteiligt waren (Chronobiology International 2010; 27: 1629).

Die Ergebnisse der Hauptstudie entsprechen denen der aktuellen Substudie: Unter den Hypertonikern mit abendlicher Einnahme waren 68, unter denen mit morgendlicher Einnahme dagegen 187 von kardiovaskulären Ereignissen betroffen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose

Digitale Helfer

KI im Alltags-Check: So urteilen zwei Kollegen

Lesetipps
Das Gerät kann als Spachtel, Otoskop, Thermometer oder Stethoskop eingesetzt werden. Auf dem Display wird von DIHVA Undine Tischmeyer angegeben, was untersucht werden soll.

© Julia Frisch

Techniker Krankenkasse unterstützt Projekt

Hausbesuche neu gedacht: Auch Laien können als DIHVA die Praxen entlasten