Creutzfeldt-Jakob

Bluttest in Sicht

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ULM. Ein internationales Team unter Beteiligung von Forschern der Uni Ulm hat einen Bluttest für die sporadische oder genetisch bedingte Creutzfeldt-Jakob Erkrankung entwickelt. Er könne für ein erstes Screening, in der Differenzialdiagnostik und als unkomplizierte Verlaufsuntersuchung in klinischen Studien eingesetzt werden, teilt die Uni Ulm mit.

Er misst hirnspezifische Neurofilamente (Scientific Reports 2016; online 8. Dezember). Bereits kurz vor Ausbruch der Erkrankung lassen sich erhöhte Neurofilament-Werte nachweisen, teilt die Uni Ulm mit.

Diese frühen Hinweise würden zunehmend wichtiger, da es erste Ansätze für eine ursächliche Therapie gibt. Bisher konnten lediglich Symptome der Creutzfeldt-Jakob Erkrankung gelindert werden.

In einer vergleichenden Studie mit rund 100 Probanden (darunter 43 Creutzfeldt-Jakob-Patienten) aus Ulm und Göttingen hätten die Wissenschaftler gezeigt, dass der neue Test den etablierten Verfahren mindestens ebenbürtig ist, heißt es in der Mitteilung.

Die Creutzfeldt-Jakob Erkrankung , die ja im Zuge der BSE-Epidemie Schlagzeilen machte, konnte bisher nur anhand von klinischen Symptomen, ergänzt durch bildgebende Verfahren, EEG-Befunde und eine Liquor-Untersuchung festgestellt werden.

Der Bluttest könne darüber hinaus die Diagnostik der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) verbessern, heißt es in der Mitteilung. "Im Gegensatz zum Nachweis der sehr spezifischen Prionproteine im Nervenwasser, beschränkt sich die Messung der Neurofilamente beim Bluttest keineswegs auf die Creutzfeldt-Jakob Erkrankung.

Sie ermöglicht auch eine frühzeitige Diagnose der ALS und somit einen zeitnahen Therapiebeginn", wird Professor Markus Otto von der Ulmer Universitätsklinik für Neurologie zitiert.

In naher Zukunft soll die Zuverlässigkeit des Bluttests in einer größeren klinischen Studie überprüft werden. Otto ist überzeugt, dass der neue Test schon bald in der Klinik eingesetzt werden kann. (mal)

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