Menopause

Brustkrebsrate nach Hormonersatz leicht erhöht

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG (ikr). Frauen in der Postmenopause, die über viele Jahre eine Hormonersatztherapie (HRT) erhalten, haben nach neuen Studiendaten in den ersten zwei bis drei Jahren nach Absetzen der HRT immer noch ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko. Das KHK-Risiko ist hingegen nicht mehr erhöht.

Brustkrebsrate nach Hormonersatz leicht erhöht

© Foto: cris13 Fotolia.de

Das hat eine aktuelle Analyse bei Frauen aus der WHI*-Studie ergeben (JAMA 299, 2008, 1036). 15 730 Frauen wurden nach dem Abbruch der Studie im Sommer 2002 im Mittel für weitere 2,4 Jahre nachbeobachtet. Primäre Endpunkte waren die KHK-Rate sowie die Rate der invasiven Mammakarzinome.

Ergebnis: Die Rate der kardiovaskulären Ereignisse war bei den 8052 Frauen, die zuvor eine HRT erhalten hatten, ähnlich wie bei den 7678 Frauen, die stattdessen Placebo bekommen hatten (1,97 Prozent versus 1,91 Prozent pro Jahr). In der Interventionsphase war das relative Risiko mit HRT um 22 Prozent erhöht.

Die Brustkrebsrate war auch nach Absetzen der Hormone leicht, aber nicht signifikant erhöht, und zwar um 27 Prozent. Nach vorausgegangener HRT hatten pro Jahr 0,42 Prozent der Frauen ein Mamma-Ca entwickelt, nach Placebo 0,33 Prozent. Der in der Interventionsphase bestehende Trend zur Zunahme der Brustkrebsrate mit der Dauer der HRT wurde nach Absetzen der Hormone gebrochen.

Ungünstig wirkte sich das Absetzten der HRT auf die Rate der Kolonkarzinome und der Frakturen aus: Sie unterschied sich nicht mehr signifikant von der in der ursprünglichen Placebo-Gruppe. Während der HRT waren deutlich weniger Kolonkarzinome und Frakturen diagnostiziert worden, als mit Placebo. Die Gesamtmortalität war bei den Frauen mit vorhergehender HRT leicht, aber nicht signifikant erhöht.

*WHI: Women's Health Initiative

STICHWORT

WHI-Studie

In der WHI-Studie sollten 8506 gesunde Frauen zwischen 50 und 79 Jahren 8,5 Jahre lang täglich 0,625 mg eines konjugierten Östrogens plus 2,5 mg des Gestagens Medroxyprogesteronacetat erhalten und 8102 Frauen nur Placebo (JAMA 288, 2002, 321). Primäre Endpunkte waren KHK-Ereignisse und Brustkrebs. Nach nur fünf Jahren ist die Studie im Sommer 2002 vorzeitig beendet worden, und zwar aufgrund der mit HRT erhöhten KHK- und Brustkrebsrate. (ikr)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Zum Hormonersatz bleiben Fragen

Das könnte Sie auch interessieren
Neues und Wissenswertes rund um das Thema Schilddrüse

© Nerthuz / iStock

Kleines Organ ganz groß

Neues und Wissenswertes rund um das Thema Schilddrüse

Kooperation | In Kooperation mit: Sanofi-Aventis
PD Dr. Joachim Feldkamp (links), Internist und Endokrinologe vom Klinikum Bielefeld-Mitte und Prof. Dr. Markus Luster (rechts), Nuklearmediziner vom Uniklinikum Gießen-Marburg

© [M] Feldkamp; Luster; Sanofi-Aventis

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Bei erhöhtem TSH-Wert nicht gleich die Diagnostik-Maschinerie starten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis
Palbociclib als Therapieoption in der Erstlinie

© SciePro / AdobeStock

HR+/HER2- Mammakarzinom

Palbociclib als Therapieoption in der Erstlinie

Anzeige | Pfizer Pharma GmbH
Expertenstimmen zur CDK4/6-Inhibition beim HR+/HER2- Mammakarzinom

© Design Cells | Adobe Stock

Klinische Praxis

Expertenstimmen zur CDK4/6-Inhibition beim HR+/HER2- Mammakarzinom

Anzeige | Pfizer Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Im Gesundheitswesen sind Power Naps noch Mangelware. Aber es findet ein Umdenken statt.

© Elnur /stock.adobe.com

Pssst, nicht stören

Nickerchen für Krankenhaus-Mitarbeiter im Kommen