KOMMENTAR

Zum Hormonersatz bleiben Fragen

Ingrid KreutzVon Ingrid Kreutz Veröffentlicht:

Kann eine Hormonersatztherapie Brustkrebs auslösen? Diese viel diskutierte Frage wird wohl noch weiterhin ungeklärt bleiben.

Denn auch die jetzt publizierten neuen Daten aus der WHI-Studie liefern keine schlüssige Antwort: Bei Frauen in der Postmenopause, die im Mittel fünf Jahre lang eine kombinierte Östrogen-Gestagentherapie erhalten hatten, wurden auch in den ersten beiden Jahren nach Absetzen der Hormone etwas mehr Mammakarzinome diagnostiziert als bei Frauen aus der ursprünglichen Placebo-Gruppe. Der Unterschied war aber statistisch nicht signifikant.

Eindeutiger sind die Zahlen aus deutschen und US-amerikanischen Krebsregistern. Danach ist die Brustkrebsinzidenz in den ersten Jahren nach Veröffentlichung der WHI-Studie deutlich gesunken. Gleichzeitig war auch die Nutzung der Hormonersatztherapie (HRT) nach aktuellen Studiendaten zurückgegangen.

Diese Daten sprechen aber weniger dafür, dass eine HRT Brustkrebs auslöst, sondern eher für die Hypothese, dass Hormone lediglich das Wachstum bereits bestehender Karzinome fördern. Diese machen sich also schneller bemerkbar, werden rascher diagnostiziert. Dem entspricht auch eine Feststellung der Autoren der WHI-Studie: Der Trend zur Zunahme der Brustkrebsrate mit der Dauer der HRT war bereits kurze Zeit nach Absetzen der Hormone gebrochen. Was langfristig nach dem Absetzen der HRT passiert, bleibt noch abzuwarten.

Lesen Sie dazu auch: Brustkrebsrate nach Hormonersatz leicht erhöht

Ihr Newsletter zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cyberangriffe & Co.

So reagieren Arztpraxen im IT-Notfall richtig

Gendermedizin

Lena Marie Seegers: Ein Herz für Frauenherzen

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Lesetipps
Madrid bei Sonnenuntergang.

© Shansche / Getty Images / iStock

Vorschau aufs Wochenende

Herzkongress ESC 2025: Diese neuen Studien stehen im Blickpunkt

Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen