Corona-Impfungen

Gesundheitsminister denkt über Bonussystem für Praxen nach

Einen Bonus für niedergelassene Ärzte kann sich Gesundheitsminister Lauterbach vorstellen. Damit soll der Impfeinsatz der Praxen gewürdigt werden. In den Apotheken steht der Start der Impfkampagne bevor.

Julia FrischVon Julia Frisch Veröffentlicht:
Geimpft und geboostert wird vor allem in den Praxen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht das Engagement der Ärzte.

Geimpft und geboostert wird vor allem in den Praxen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht das Engagement der Ärzte.

© Christoph Schmidt / dpa

Berlin. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hebt ausdrücklich das Engagement der niedergelassenen Ärzten hervor: 70 Prozent der Corona-Impfungen erfolgten derzeit in den Praxen. Mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sei das Ministerium im Gespräch, um wieder ein hohes Tempo bei den Booster-Impfungen zu erreichen. Mit Bezug auf die Niedergelassenen sagte Lauterbach am Freitag in der Bundespressekonferenz, „über Bonussysteme werden wir nachdenken müssen“. Darüber befinde er sich mit KBV-Chef Dr. Andreas Gassen im regelmäßigen Austausch. Einen steuerfinanzierten Coronabonus für die Medizinischen Fachangestellten erwähnte der Minister allerdings nicht explizit.

In den Apotheken stehe der Start der Impfungen bevor. Alle Voraussetzungen dafür seien seinem Kenntnisstand nach erfüllt, „die Impfungen können bald beginnen“, so Lauterbach.

Pflegebonus-Entwurf im Januar

Der Pflegebonus soll „so schnell wie möglich“ kommen. Noch im Januar werde er dafür einen Entwurf vorlegen, kündigte Lauterbach an. Des weiteren hat er auch die Personaluntergrenzen, die PPR 2.0 und die Pflegebudgets auf die Agenda gesetzt. Letztere funktionierten nicht so, wie es „damals gewünscht war, wie sie funktionieren sollen“, sagte Lauterbach.

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An der Finanzierung der Pflegepersonalkosten „müssen wir arbeiten“. Sie dürfe nicht, wie es heute geschehe, mit anderen Krankenhausbudgetteilen verrechnet werden.

Abgeordnete nicht bevormunden

Auf die Frage, warum er sich als Bundesgesundheitsminister noch nicht eindeutig für eine allgemeine Impfpflicht positioniert habe, sagte Lauterbach, dass dies einer „Bevormundung“ der Bundestagsabgeordneten gleich käme. Als Gesundheitsminister müsse er alle Anträge für eine Impfpflicht unterstützen, auch wenn er inhaltlich nicht mit ihnen übereinstimme. Man könne sich sonst das „Manöver der Gruppenanträge“ sparen, wenn die Bundesregierung eigene Anträge ausarbeite.

Lauterbach betonte: Als Abgeordneter sei er für eine Impfpflicht ab 18 Jahren, „weil wir sonst im Herbst wieder Probleme haben“. Omikron werde nicht die letzte SARS-CoV-2-Variante sein. „Wir bringen enorme Mittel auf, um die Ungeimpften zu schützen. Im Gegenzug können wir von ihnen auch eine Impfung verlangen.“

Beide Immunitäten nötig

Neben Lauterbach riefen der Virologe Professor Christian Drosten von der Charité und Professor Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, die Bevölkerung zum Impfen und Boostern auf. Laut Drosten sei es wahrscheinlich, dass zum nächsten Herbst auf jeden Fall noch einmal die gefährdeten Personen einen Booster erhalten. Weil er davon ausgehe, dass die Omikron-Variante ein anderer Serotyp als Delta sei, hält Drosten es zudem für denkbar, in diesem Jahr „vielleicht alle noch mal mit einer Update-Impfung“ zu versorgen. Die Menschen bräuchten beide Immunitäten sowohl gegen die Delta-, als auch gegen die Omikron-Variante.

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Auf Dauer, so Drosten, werde die Bevölkerung nicht alle paar Monate nachgeimpft werden können, um einen Gemeinschaftsschutz zu erhalten. Ob die Schwelle zur endemischen Lage nahe sei und Deutschland sich Lockerungen wie in Spanien oder England bald erlauben könne, sei noch nicht sicher zu beantworten. „Wir wissen nicht, ob wir uns das leisten können angesichts der Impflücke. Das ist unser Problem“, sagte Drosten.

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