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CT-Perfusionsmessung

CT verrät Zeitpunkt eines Schlaganfalls

Die Computertomographie lässt sich nutzen, um den Zeitpunkt eines Schlaganfalls präzise genug zu bestimmen.

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MÜNSTER. Die Tatsache, dass bei einem Schlaganfall routinemäßig eine Computertomographie durchgeführt wird, haben sich nun Wissenschaftler aus Münster und Lübeck gemeinsam mit Neuroradiologen und Neurologen anderer Universitäten zunutze gemacht, um die Diagnosemöglichkeiten bei einem Schlaganfall zu verbessern. Das hat die Universität Münster mitgeteilt.

"Bei einem Schlaganfall wird Wasser im Gewebe der betroffenen Hirnregion eingelagert. Die Menge ist dabei zwar insgesamt sehr gering, nimmt aber zu, je länger der Hirninfarkt zurückliegt", wird Professor Jens Minnerup in der Mitteilung zitiert. Im Laborexperiment konnten Minnerup, Oberarzt der münsterschen Uniklinik für Allgemeine Neurologie, und seine Arbeitsgruppe zunächst zeigen, wie sich die Menge eingeströmten Wassers auf die Strahlendichte auswirkt, also auf die verschiedenen Graustufen auf den CT-Bildern: je mehr Wasser, desto dunkler das Grau.

Da die unterschiedlichen Abstufungen und deren Veränderung allerdings mit bloßem Auge häufig nicht genau zu erkennen sind, haben sich die Wissenschaftler eines Tricks bedient: Sie setzen eine CT-Perfusionsmessung ein, durch die wenig durchblutetes Infarktareal gut zu erkennen ist (Ann Neurol. 2016; 80(6): 924-934). Anschließend nahmen sie eine Dichtemessung in ebendiesem Bereich – in einem sogenannten CT-Fenster – vor, sodass hier kleinere Grau- Abstufungen zu erkennen waren und sich die Wassermenge genauer bestimmen ließ. Der Haken an der Sache: Die Graustufen des Gehirns unterscheiden sich von Mensch zu Mensch – nicht jede Schattierung ist also auf neu eingelagertes Wasser zurückzuführen. Aber auch dafür fand das Forscherteam eine Lösung, wie die Uni Münster mitteilt. Da die rechte und die linke Hirnhälfte auf einem CT-Bild in der Regel gleiche Schattierungen aufweisen, verglichen die Wissenschaftler die Grauwerte im Bereich des Schlaganfalls mit denen im spiegelbildlichen Bereich der gesunden Hirnhälfte. So konnten sie für jeden Patienten individuell bestimmen, ob der Insult mehr oder weniger als viereinhalb Stunden zurücklag. "Momentan ist dieses Vorgehen für den klinischen Alltag noch zu aufwändig", so Dr. André Kemmling, Neuroradiologe an der Uniklinik Lübeck und gemeinsam mit Minnerup Initiator der Studie. Die Forscher arbeiten derzeit an einer Methode, die leichter anzuwenden ist. Mit ihr könnten Neurologen und Radiologen dann in unklaren Fällen bestimmen, wann genau sich ein Schlaganfall zugetragen hat.(eb)

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