Kolorektales Karzinom/Darmkrebs

Capecitabin für adjuvante Therapie bei Kolon-Ca geeignet

BERLIN (gvg). Die adjuvante Therapie mit dem oral applizierbaren Capecitabin ist eine wirksame und gut verträgliche Alternative zu Schemata mit intravenösen Therapien. Dies gilt vor allem auch bei älteren Patienten.

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"Deutschland ist bei der adjuvanten Therapie von Patienten mit Kolonkarzinom noch immer ein Entwicklungsland", sagt Privatdozent Karsten Ridwelski aus Magdeburg. In Ländern wie Frankreich oder Spanien werden mittlerweile 85 bis 90 Prozent der Patienten mit Kolonkarzinom im sehr späten Stadium III adjuvant behandelt. In Deutschland jedoch liege man seit Jahren konstant bei etwa zwei Dritteln.

Ein häufig von Ärzten wie Patienten vorgebrachtes Argument sei die Sorge vor einer zu belastenden Behandlung, so Ridwelski auf dem Chirurgenkongreß in Berlin. Dabei stehe mit der oralen Einnahme von Capecitabin (Xeloda®) mittlerweile eine verträgliche Therapieoption zur Verfügung.

Mit einer ausschließlich oralen Capecitabin-Therapie überlebten 66 Prozent der Patienten die ersten drei Jahre nach der Operation krankheitsfrei. Das seien vier Prozent mehr als bei einer Therapie mit 5-Fluorouracil (5-FU) und Folinsäure, ein statistisch signifikanter Vorteil.

Für das 5-FU/Folinsäure-Schema typische unerwünschte Wirkungen wie schwere Neutropenien oder eine schwere Stomatitis träten bei einer Capecitabin-Behandlung kaum auf. Lediglich bei jeweils zwei Prozent der Patienten wurden in der X-ACT-Studie (Xeloda in adjuvant colon cancer therapy) entsprechende Toxizitäten registriert.

Dieser Wert gilt sowohl für Patienten unter 65 Jahren als auch für die Gruppe der über 65jährigen, wie Ridwelski betonte. Häufiger als bei 5-FU/Folinsäure-Therapie war unter Capecitabin-Therapie das mit Rhagaden einhergehende Hand-Fuß-Syndrom.

Insgesamt betrachte er die Capecitabin-Option als eine wichtige Ergänzung der adjuvanten Therapie-Optionen beim Kolon-Ca, so Ridwelski in Berlin. Er machte zudem darauf aufmerksam, daß die Abbrecherquoten geringer seien als bei aggressiveren, intravenösen Behandlungen.

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