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VEGF-Hemmer

Cave Blutdruck bei der Krebstherapie!

Bei Krebspatienten, die mit anti-angiogenetischen Arzneien behandelt werden, ist die Blutdruckkontrolle wichtig. Denn die Therapie treibt bei vielen Patienten den Blutdruck nach oben.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Häufige Blutdruckkontrollen sind vor allem im ersten Zyklus einer Krebstherapie wichtig.

Häufige Blutdruckkontrollen sind vor allem im ersten Zyklus einer Krebstherapie wichtig.

© Sandor Kacso / fotolia.com

GLASGOW. Durch die zunehmende Anwendung von Hemmstoffen des VEGF (vascular endothelial growth factor) oder dessen Rezeptor als Krebstherapie ist mit einer erhöhten Inzidenz der Hypertonie zu rechnen. Zumal auch immer mehr ältere Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung und bereits an Hypertonie erkrankte Patienten damit behandelt werden. Häufigere Blutdruckkontrollen vor allem in der ersten Therapiephase sind unerlässlich.

Besonders die antiangiogenetisch wirksamen VEGF-Hemmer wie Bevacizumab oder auch mit Tyrosinkinase- oder VEGF-Rezeptorhemmer wie Sunitinib und Sorafenib sind mit Hypertonie verbunden. Dabei wird solchen Präparaten auch ein direkter Effekt auf den Blutdruck zugeschrieben.

Wie häufig Bluthochdruck unter dieser Therapieform tatsächlich auftritt, wird möglicherweise unterschätzt, wie Forscher um Heather Yvonne Small vom kardiovaskulären Forschungsinstitut der Universität Glasgow berichten (Canadian Journal of Cardiology 2014; 30: 534).

Das liege unter anderem daran, dass der Schwellenwert in den onkologischen Studien höher als in den entsprechenden Leitlinien gelegen habe und Patienten mit schwer kontrollierbarer Hypertonie in den Studien nicht berücksichtigt worden seien.

Bevor Hypertoniker in solche Studien aufgenommen werden können, muss gewährleistet sein, dass der Blutdruck optimal eingestellt ist. Die US-Arzneibehörde FDA schätzt die Inzidenz der VEGF-induzierten Hypertonie auf 19 bis 67 Prozent.

Hypertonie-Inzidenz womöglich dosisabhängig

Was ist dagegen zu tun? Die britischen Forscher plädieren dafür, unbedingt die Risiken für Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz zu senken, ohne zugleich die optimale Krebsbehandlung zu gefährden - eine besondere Herausforderung, auch wenn die Entwicklung einer Hypertonie ein Biomarker für den Erfolg der Krebstherapie sein könnte.

Es wird davon ausgegangen, dass die Inzidenz der Hypertonie unter der antiangiogenetischen Behandlung dosisabhängig ist. Spezifische Leitlinien, in denen angegeben ist, wie bei einer VEGF-Hemmer-induzierten Hypertonie vorzugehen ist, gebe es nicht, so die Wissenschaftler.

Allerdings gibt es zumindest Empfehlungen des Nationalen Krebsinstituts in den USA. Danach soll vor einer VEGF-Hemmer-Behandlung geprüft werden, ob der Patient bereits eine kardiovaskuläre Erkrankung hat. Zum anderen müsse die Blutdruckkontrolle gerade im ersten Therapiezyklus häufiger als sonst erfolgen.

Schließlich sei bei Patienten, bei denen sich eine Hypertonie bereits entwickelt habe, ein intensives Therapiemanagement des Bluthochdrucks sowie erster kardiotoxischer Zeichen erforderlich, um Spätfolgen zu verhindern.

Nach den Empfehlungen liegt der Therapiezielwert leitliniengemäß unter 140/90 mmHg. Besonders sei darauf zu achten, dass es Phasen ohne VEGF-Hemmer-Therapie gibt, in denen die Gefahr einer Rebound-Hypotonie und ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bestehen. Die meisten Erfahrungen bei der Anwendung von Antihypertensiva bestünden mit ACE-Hemmern und Kalziumantagonisten vom Dihydropyridintyp.

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