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Cholinesterasehemmer wirkt auch bei schwerem M. Alzheimer

STOCKHOLM (mal). Auch Patienten mit schwerer Alzheimer-Demenz können von einer Therapie mit dem Cholinesterasehemmer Donepezil profitieren. Bisher ist die Substanz nur bei leichter bis mittelschwerer Erkrankung zugelassen.

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"Unsere Studienergebnisse legen nahe, daß die Therapie mit Donepezil selbst dann effektiv ist und gut vertragen wird, wenn sie erst bei Patienten begonnen wird, die bereits eine schwere Alzheimer-Demenz haben", berichten jetzt die Forscher um Professor Bengt Winblad vom Karolinska-Institut in Stockholm ("Lancet" 367, 2006, 1057).

In ihrer Studie haben sie 248 in Pflegeheimen versorgte Patienten mit schwerer Alzheimer-Demenz mit Donepezil (Aricept®) oder Placebo behandelt. Alle Studienteilnehmer hatten im Mini-Mental-Test, in dem gesunde Personen bis zu 30 Punkte erreichen, höchstens 10 Punkte.

Im Alltag brauchten die Patienten etwa Hilfe bei der Auswahl der Kleidung, beim Anziehen oder beim Toilettengang. Patienten der Verum-Gruppe bekamen zunächst 30 Tage lang täglich 5 mg Donepezil, danach 10 mg. Die meisten Patienten kamen mit der höheren Dosierung zurecht.

Die wichtigsten Ergebnisse: Sowohl bei den kognitiven Leistungen als auch bei den Alltags-Aktivitäten — den beiden primären Studienzielen — ergab sich mit Donepezil ein signifikant günstigerer Verlauf als mit Placebo. Die positiven Effekte auf die kognitiven Fähigkeiten, die Winblad und seine Kollegen auch als klinisch signifikant bewerten, waren in der Studie mit dem Score SIB (severe impairment battery) erfaßt worden. Mit diesem Score werden etwa Gedächtnis, Sprache, Orientierung oder Aufmerksamkeit bewertet. Gesunde erreichen hier maximal 100 Punkte.

In der Studie hatten sich Patienten bei Ausgangswerten von etwa 55 Score-Punkten mit Placebo weiter verschlechtert. Mit Donepezil lagen sie dagegen selbst nach sechs Monaten noch über dem Ausgangswert. Der mittlere Unterschied zwischen beiden Studiengruppen betrug 5,7 Score-Punkte. Bei den Fähigkeiten, im Alltag zurecht zu kommen, etwa beim Essen oder der Körperpflege, waren krankheitsbedingte Verschlechterungen mit Donepezil verlangsamt worden.

Winblad und Kollegen weisen daraufhin, daß die positiven Therapie-Effekte die Pflege der Demenz-Kranken erleichtern. Für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz sei das bereits belegt.

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