Kommentar

(Corona)-Impfen braucht Überzeugungskraft

Schlechte Impfraten sind oft das Resultat von Skepsis oder Gleichgültigkeit. Dagegen hilft nur eine überzeugende Kommunikation.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Viele Deutsche sind Impfmuffel. Das bestätigt eine aktuelle Analyse des Robert Koch-Instituts zu den Schutzraten bei Erwachsenen. Die Ergebnisse sind enttäuschend: Bei keiner der ab 18 Jahre in Deutschland empfohlenen Impfungen werden Schutzquoten von deutlich mehr als 50 Prozent erzielt. Bei den allermeisten sind es sogar viel weniger.

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Und: Fortschritte bei ausgewählten Impfungen oder Zielgruppen hat es in den vergangenen Jahren kaum gegeben. Hierdurch werden nicht nur Chancen für ein gesünderes Leben vertan. Die häufig vorherrschende Skepsis oder Gleichgültigkeit gegenüber Impfungen steht auch dem Erfolg der jetzt geplanten Corona-Impfkampagnen entgegen. Schon jetzt nimmt in Umfragen die Zahl der Menschen ab, die angeben, sie würden sich gegen COVID-19 impfen lassen.

Genauso wichtig wie die Entwicklung effektiver und sicherer Vakzinen wird es deshalb sein, der Bevölkerung die Bedeutung einer Corona-Impfung, wenn sie verfügbar sein sollte, zu vermitteln. Nur mit absolut transparenter Kommunikation zu Wirksamkeit und Risiken der Präparate lässt sich hier Vertrauen schaffen. Viel mehr als Politik und Impfstoffhersteller sind hierfür Hausärzte gefragt, die einen guten Zugang zu Patienten haben.

Alle Register sind dabei zu ziehen: Hilfreich wären etwa auch Aktionen mit Politikern, Sportlern, Schauspielern oder anderen Personen des öffentlichen Lebens, die Menschen auf ganz verschiedene Arten vom Nutzen des Schutzes überzeugen könnten.

Es wäre tragisch, wenn es bald eine wirksame Corona-Impfung geben sollte, aber viel zu wenige sie wahrnehmen würden.

Schreiben Sie dem Autor: wolfgang.geissel@springer.com

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