Leitartikel zur Genom-Totalsequenzierung

Da kommt was auf Patienten und Ärzte zu

Bei der Analyse des Erbguts sind Forscher viel weiter, als manchem lieb sein mag. Aber sie sind sich der Verantwortung bewusst und entwickeln Kodizes, die helfen sollen, mit etwas umzugehen, das Wissenschaft und Gesellschaft verändern wird.

Von Peter Leiner Veröffentlicht: 10.07.2013, 12:54 Uhr
Da kommt was auf Patienten und Ärzte zu

Die Wissenschaft will die totale Sequenzierung aller Buchstaben des Genalphabets.

© af-p / fotolia.com

Die einen sind gesund und wollen freiwillig ihr gesamtes Genom sequenzieren lassen, um die Daten zum Beispiel auf einer CD-ROM zu Hause jederzeit verfügbar zu haben und sich auf mögliche Risiken einstellen zu können.

Die anderen sind bereits erkrankt, etwa an Krebs, und haben sich entschieden, an einer Studie teilzunehmen, in der das gesamte Genom auf der Suche nach Fehlern sequenziert wird, um Therapiestrategien für künftige Patienten zu verbessern.

Die Totalsequenzierung ist längst in der Realität angekommen, sei es für ausschließlich private Belange oder auch für die Forschung.

Denn mit modernsten Sequenzierverfahren können die Daten inzwischen in kurzer Zeit und kostengünstig gewonnen werden: Etwa 1000 US-Dollar sind nicht die Welt.

Krebsforscher in Heidelberg werben für die Teilnahme an entsprechenden Studien mit einer Totalsequenzierung des Genoms auch mit dem Statement "Genomforschung dient dem Wohl der Menschheit", weil ihr gesellschaftlicher Nutzen sowohl im besseren Verständnis der biologischen Grundlagen als auch in der klinischen Anwendung liege.

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