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Volleyball

Darum kommt es zu blauen und blassen Fingern

Kalte, blaue oder blasse Finger sind bei hochklassigen Volleyballspielern keine Seltenheit. Niederländische Ärzte haben nun die Ursachen des Problems erforscht.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Einsatz beim Volleyball: Dabei kann es zur Kompression der Arteria circumflexa hum. posterior durch den Humeruskopf kommen.

Einsatz beim Volleyball: Dabei kann es zur Kompression der Arteria circumflexa hum. posterior durch den Humeruskopf kommen.

© Andrey Rakhmatullin/fotolia.com

AMSTERDAM. Sechs Patienten, die während der vergangenen drei Jahre die Amsterdamer Universitätsklinik mit ischämischen Fingern und Mikroembolien der Digitalarterien ihrer dominanten Hand aufsuchten, haben die behandelnden Ärzte stutzen lassen.

Denn es handelte sich um junge, gesunde und kräftige Männer. Und alle betrieben den gleichen Sport: Volleyball, und zwar auf höchstem Niveau.

Wie sich herausstellte, gingen die Beschwerden der Männer auf Aneurysmen der Arteria circumflexa humeri posterior (ACHP) zurück. Die Amsterdamer Mediziner wollten es nun genauer wissen.

Sie schickten 107 Volleyballern einen Fragebogen, in denen die Symptome pathologischer Veränderungen der ACHP mit digitalen Embolien abgefragt wurden (Am J Sports Med 2012, online 27. August).

Teilnahmequote von 93 Prozent

Alle Befragten waren Spieler der höchsten niederländischen Volleyballliga oder gehörten dem Nationalmannschaftskader im Beachvolleyball an. 99 von ihnen schickten den Fragebogen ausgefüllt zurück, was einer Teilnahmequote von 93 Prozent entsprach.

Die Antworten ließen die Ärzte staunen, denn die Prävalenz verdächtiger Symptome war außerordentlich hoch - viel höher als in einer Population junger und trainierter Sportler zu erwarten. Auch die Durchschnittsgröße von 1,96 m bei einem Gewicht von 87 kg ließ nicht unbedingt auf Hinfälligkeit schließen.

Dennoch berichteten 27 Prozent der Volleyballer über kalte Finger an der dominanten Hand während des Trainings oder Wettkampfs.

Bei 18 Prozent wurden die Finger blau, bei 20 Prozent weiß. 17, 11 und 12 Prozent gaben die gleichen Symptome unmittelbar nach Training oder Spiel an. Fast jeder achte Befragte hatte alle drei Symptome auf einmal.

Teamärzte sollten Volleyballspieler öfter checken

Beim Aufschlag oder Schmettern kann es zur Kompression der ACHP durch den Humeruskopf kommen. Liegen Thromben im Gefäß, beziehungsweise in einer aneurysmatischen Erweiterung, können Emboli ausgeschwemmt werden und zu distalen Verschlüssen führen.

Die Amsterdamer Mediziner raten daher Teamärzten von Volleyballmannschaften zu Checks bei den von ihnen betreuten Spielern.

Dazu gehören Fragen nach kardiovaskulären Erkrankungen in der Familie, dem Rauchverhalten - und eben nach kalten, blauen oder weißen Fingern während oder nach dem Volleyballspielen.

Quelle: www.springermedizin.de

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