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Kommentar

Das IQWiG und seine Logik

Von Heinz Dieter Rödder Veröffentlicht:

Der neue Abschlussbericht des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - dieses Mal zur Zuckerselbstmessung bei Typ-2-Diabetikern, die kein Insulin spritzen - bietet keinerlei Überraschung.

In seiner bekannten und überaus logischen Argumentation hat das Institut wieder einmal festgestellt, dass Studien, die sechs bis zwölf Monate gelaufen sind, keine Zehn- bis 30-Jahres-Daten liefern können. Erst aus solchen Langzeitdaten ließen sich dann die Spätfolgen des Typ-2-Diabetes anhand von harten klinischen Endpunkten ermitteln: Schlaganfällen, Herzinfarkten, vorzeitigen Todesfällen. Dabei gibt es keinen Zweifel, dass erhöhte Blutzuckerwerte bereits bei Kindern mit Typ-2-Diabetes die Gefäße schädigen.

Was tun wir also beim Thema Blutzuckerselbstmessung, solange wir diese Langzeitdaten nicht haben? Nichts, jedenfalls nichts auf Kosten der Kassen, so die Empfehlung des IQWiG in Richtung Gemeinsamer Bundesausschuss.

Bei vielen Diabetologen stößt das auf Unverständnis. Sie verweisen mit Recht darauf, dass die Zuckerselbstmessung Standard im Diabetes-Management ist, so wie es Standard für Hypertoniker ist, den Blutdruck selbst zu messen. Oder wird das bald auch nicht mehr empfohlen?

Lesen Sie dazu auch: Zuckerselbsttests - IQWiG reichen Studien nicht aus IQWiG sieht keinen Nutzen der Zuckerselbstmessung

 

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