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Zuckerselbsttests - IQWiG reichen Studien nicht aus

BERLIN/KÖLN (hom). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht derzeit keinen Beleg dafür, dass nicht insulinpflichtige Patienten mit Typ-2Diabetes von einer Blutzuckerselbstmessung profitieren.

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Ein kleiner Pieks in den Finger hilft Diabetes-Patienten, richtig mit ihrer Erkrankung umzugehen.

Ein kleiner Pieks in den Finger hilft Diabetes-Patienten, richtig mit ihrer Erkrankung umzugehen.

© Foto: www.fotolia.de

Unklar sei auch, ob der Blut-Test gegenüber dem Urin-Test einen Zusatznutzen aufweise oder umgekehrt, heißt es in einem am Montag vorgelegten Abschlussbericht. Die aktuelle Studienlage zu diesem Thema sei "unzureichend" und erlaube daher keine gesicherten Aussagen. Die wenigen Studien, die geeignet seien, einen Nutzen der Zuckerselbstmessung zu hinterfragen, hätten viele für die Patienten wichtige Aspekte nicht berücksichtigt. Eigenen Angaben zufolge hat das IQWiG sechs randomisierte kontrollierte Studien ausgewertet.

Auf Grundlage des Berichts entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss, ob die für eine Messung nötigen Teststreifen weiter von den Kassen erstattet werden.

Scharfe Kritik am Bericht des IQWiG äußerte der Geschäftsführende Vorstand des Instituts für Diabetesforschung in München, Professor Oliver Schnell. International sei die Zuckerselbstmessung auch für Typ-2-Diabetiker, die kein Insulin spritzen, "Standard im Diabetes-Management", sagte Schnell im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Die Messung sei aber nicht nur für die betroffenen Patienten, sondern auch für das Gesundheitssystem von Vorteil, da sie helfe, "teure Folgeerkrankungen zu vermeiden".

Auch der Verband der Diagnostica-Industrie sprach von einem "patientenfeindlichen Bericht."

Lesen Sie dazu auch: IQWiG sieht keinen Nutzen der Zuckerselbstmessung

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Das IQWiG und seine Logik

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