Dauertherapie ist eine Option bei Potenzproblemen

BERLIN (gvg). Bisher wird Patienten mit erektiler Dysfunktion (ED) empfohlen, Phosphodiesterase-5-Hemmer bedarfsweise einzunehmen. Experten sehen aber auch eine niedrig dosierte Dauertherapie als Option.

Veröffentlicht:

Pathophysiologisch spreche bei ED einiges für die Dauertherapie mit Arzneien, die das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5) hemmen, sagte Professor Eusebio Rubio-Aurioles aus Mexiko. So deuteten experimentelle Befunde darauf hin, dass eine PDE-5-Dauertherapie die penile Endothelfunktion langfristig verbessern kann. Und in klinischen Studien erhöhte sich mit einer Dauerbehandlung die Potenz langfristig stärker als bei einer Bedarfstherapie.

An den drei Studien nahmen ungefähr 300 Männer teil

Auf einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly beim Europäischen Urologenkongress in Berlin stellte Rubio-Aurioles drei Placebo-kontrollierte Studien zur Dauertherapie mit insgesamt etwa 300 Männern vor. Verwendet wurde der PDE-5-Hemmer Tadalafil (Cialis®), und zwar in Dosierungen zwischen 2,5 und 10 mg täglich.

"In allen drei Studien zeigte sich, dass die Wirksamkeit der Dauertherapie jener der bedarfsweisen Behandlung ähnlich war", betonte Rubio-Aurioles. Als grobe Faustregel gelte, dass 5 mg Tadalafil pro Tag ungefähr so wirksam seien wie 10 bis 20 mg bedarfsweise.

Auch bei Diabetikern ist die Dauertherapie gut wirksam

Besonders hob der Experte eine der drei Studien hervor, an der ausschließlich Diabetiker teilnahmen. Bei ihnen ist die ED-Therapie oft besonders schwierig. Trotzdem seien mit der Dauertherapie ähnlich hohe Erfolgsraten erreicht worden wie bei Nicht-Diabetikern.

Auch psychologisch könnte dieser Ansatz Vorteile haben: "Gerade bei Tadalafil wäre wegen der langen Halbwertszeit eine Dauertherapie mit einmal täglicher Einnahme möglich", so Rubio-Aurioles. Eine oft als schwierig empfundene genaue Planung der Medikation vor dem Beischlaf ist damit nicht mehr nötig.

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?