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Sehbehindertentag

Degeneration der Makula im Fokus

Am 6. Juni ist Sehbehindertentag. Fünf Organisationen rücken aus diesem Anlass die Altersabhängige Makula-Degeneration in den Fokus.

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DÜSSELDORF. Die AMD (Altersabhängige Makula-Degeneration) ist nicht einmal jedem zehnten Deutschen bekannt, melden das AMD-Netz, der Berufsverband der Augenärzte, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband, die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und PRO RETINA Deutschland.

Die fünf Organisationen betrachten dieses Ergebnis mit Sorge: Denn Früherkennung und Vorsorge sind bei AMD entscheidend, um schwere Seheinschränkungen zu vermeiden. Auch ein gesunder Lebensstil kann einer AMD vorbeugen. Gemeinsam sprechen sie sich zum Sehbehindertentag am 6. Juni dafür aus, dass der AMD mehr Aufmerksamkeit in Prävention, Versorgung und Forschung zuteilwerden muss.

Fast jeder fünfte Bundesbürger über 65 Jahren zeigt Frühformen einer altersabhängigen Makula-Degeneration. "Damit müssen wir die AMD zu den großen Volkskrankheiten zählen", wird DOG Präsident Professor Karl Ulrich Bartz-Schmidt aus Tübingen in einer Mitteilung der fünf Organisationen zitiert.

Studien zufolge solle die Zahl der Betroffenen von aktuell etwa 4,5 Millionen auf über 6 Millionen im Jahr 2030 steigen. Die altersabhängige Makula-Degeneration hat bekanntlich zwei mögliche Verlaufsformen und verursacht etwa die Hälfte der Erblindungen in Deutschland. Bei der häufigeren trockenen Form sterben Sehzellen ab, was zu allmählicher, derzeit nicht therapierbarer Verschlechterung des Sehvermögens führt.

Feuchte AMD schreitet schnell voran

Bei der feuchten AMD wachsen Blutgefäße unkontrolliert in den Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut ein und zerstören unbehandelt die Makula. Diese Form schreitet ja schnell fort und hat - ohne frühe Therapie - einen unumkehrbaren Sehverlust zur Folge. Sie ist als eine aggressive, chronische Erkrankung einzustufen.

Die für diese Form seit einigen Jahren zugelassene Therapie mit Anti-VEGF-Präparaten, die unter sterilen Bedingungen direkt ins Augeninnere gegeben werden, ermöglicht aber eine Stabilisierung oder sogar Verbesserung des Sehvermögens.

Die Zahl der Menschen mit AMD werde weiter steigen. Doch dank der neuen Therapieoptionen werde diese Krankheit bei weniger Menschen zu Sehbehinderung oder Blindheit führen; darauf deuteten wissenschaftliche Studien seit Einführung der Therapie hin, so die fünf Organisationen in ihrer Mitteilung. Wenn es durch eine AMD zu einer Sehbehinderung gekommen ist, können optische und elektronische Hilfsmittel, richtig angepasst, den Sehverlust ganz oder teilweise ausgleichen.

Vergrößernde Sehhilfen können zur optimalen Nutzung des vorhandenen Sehvermögens beitragen und so die Lebensqualität der Betroffenen anheben. Auch Licht ist ein sehr wichtiges Thema für Menschen mit Seheinschränkungen. Eine gute Beleuchtung kann die Sehleistung erheblich verbessern. Gerade bei der Anwendung vergrößernder Sehhilfen kann eine gute Beleuchtung den Vergrößerungsbedarf reduzieren.

Nahrungsergänzungsmittel können helfen

Patienten mit bestimmten Frühformen der AMD könnten außerdem von der Einnahme spezieller Nahrungsergänzungsmittel profitieren, heißt es in der Mitteilung. Ob die "prophylaktische" Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der allgemeinen Bevölkerung das Risiko der Entstehung von AMD reduzieren könnte, sei bisher nicht wissenschaftlich belegt, so die fünf Organisationen in ihrer Mitteilung.

Studien zeigten aber, dass der Verzicht auf das Rauchen am wirksamsten dazu beiträgt, die Gesundheit - auch die der Augen - bis ins hohe Alter zu erhalten. Selbst eine Aufgabe des Rauchens bei Ausbruch der Erkrankung in einem Auge kann das Risiko für eine Sehverschlechterung im anderen Auge verringern.

Um eine Sehminderung durch AMD möglichst lange zu vermeiden, sei es wichtig, auf eine gesunde, vitaminreiche und ausgewogene Ernährung zu achten, nicht zu rauchen, regelmäßig Sport zu treiben, die Augen regelmäßig augenärztlich kontrollieren zu lassen und ab dem Alter von 60 Jahren zusätzlich regelmäßige Selbstkontrollen durchzuführen. (eb)

Selbst-Tests, wie den Amsler-Gitter-Test (für jedes Auge ein zeln)finden Sie unter www.amd-netz.de/amslergitter oder den Online-Visus-Test unter www.amd-netz.de/hilfe-und-beratung/online-sehtest.

Infos zum Sehbehindertentag: www.sehbehindertentag.de.

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