Für ein längeres Leben

Der Hund als Ehepartner

Eine gelungene Partnerschaft schützt vor Krankheit und frühem Tod. Ob der Partner zwei oder vier Beine hat, scheint dabei wenig bedeutsam zu sein, so eine Studie.

Von Robert BublakRobert Bublak Veröffentlicht:
Liegts am süßen Blick? Wer einen Hund hat, aber keinen menschlichen Partner, hat eine acht Prozent geringere Mortalität.

Liegts am süßen Blick? Wer einen Hund hat, aber keinen menschlichen Partner, hat eine acht Prozent geringere Mortalität.

© Tatyana Gladskih / stock.adobe.com

KOPENHAGEN. Welchen Einfluss es auf die Sterblichkeit hat, sein Leben mit einem Hund zu teilen, haben dänische Forscher um Ivalu S¢rensen von der Universität Süddänemark in Kopenhagen retrospektiv untersucht (Eur J Publ Health, online 27. August 2018).

Ihnen kam dabei der Umstand zugute, dass skandinavische Länder eine ausgeprägte Registerkultur pflegen.

Seit 1968 sind alle Bürger Dänemarks mit einer einheitlichen persönlichen Identifikationsnummer versehen, die eine Verlinkung über vorhandene Registerdaten ermöglicht. 1993 folgten den Bürgern die Hunde; ihre Daten sind im Dänischen Hunderegister eingespeist.

275.000 Probanden

S¢rensen und Kollegen analysierten die Daten von knapp 46.000 im Jahr 2015 verstorbenen Dänen und stellten ihnen im Verhältnis 1:5 Angaben zu lebenden Mitbürgern gegenüber. Insgesamt entstand so eine Fall-Kontroll-Studie mit mehr als 275.000 Probanden. 8 Prozent von ihnen waren Hundebesitzer.

Regelmäßigen Umgang mit einem Hund zu pflegen, äußerte sich in günstigeren Überlebenschancen. Unter Hundebesitzern lag die Mortalität im Mittel um acht Prozent niedriger als bei Menschen ohne Hund.

Der Nutzen beschränkte sich allerdings auf die Subgruppe derjenigen, die über keinen zweibeinigen Partner verfügten; rund die Hälfte der Hundebesitzer und 61 Prozent der Menschen ohne Hund fielen in diese Gruppe. Hier war ein Leben an der Seite eines Hundes mit einer Reduktion der Mortalität um 14 Prozent verbunden.

Partnerersatz funktioniert wohl

Wer neben dem Vierbeiner noch einen Zweibeiner an seiner Seite hatte, zog keinen signifikanten Vorteil mehr aus dem Hundebesitz.

Die Forscher um S¢rensen sehen die Hypothese unterstützt, wonach der Besitz eines Hundes als Ersatz für Partnerbesitz oder andere enge soziale Beziehungen dienen kann.

Ob das auch umgekehrt gilt und was das Zusammenleben mit Menschen für die Mortalität der Hunde bedeutet, lassen die Ergebnisse der Registerstudie offen.

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