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Kein Sex ohne "Kiss"

Der Lockruf des Duftes

Männer ziehen Frauen sexuell bekanntlich stark über deren Nase an – wie das weibliche Gehirn darauf genau reagiert, war bisher aber unbekannt. Forscher haben jetzt wohl das passende Molekül entdeckt, das Anziehung auslöst.

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Anziehender Geruch: In Experimenten wiesen Forscher bei Tieren nach, dass der Duft Interesse und sexuelle Erregung der Weibchen gegenüber den Männchen mit sich bringt.

Anziehender Geruch: In Experimenten wiesen Forscher bei Tieren nach, dass der Duft Interesse und sexuelle Erregung der Weibchen gegenüber den Männchen mit sich bringt.

© puhhha / stock.adobe.com

SAARBRÜCKEN. Wissenschaftler der Universität des Saarlandes und der Uni Lüttich haben ein Signalmolekül identifiziert, dass die Anziehung zum anderen Geschlecht und das sexuelle Verlangen steuert. In Experimenten mit Mäusen entdeckten die Forscher, dass das bereits bekannte Molekül Kisspeptin dabei eine Schlüsselrolle spielt, schreiben die Forscher in einer Mitteilung. Die Studie wurde im Magazin "Nature Communications" publiziert (doi: 10.1038/s41467-017-02797-2).

Die männlichen Mäuse sondern den Liganden Kisspeptin aus, der im Hirn der weiblichen Tiere an den Rezeptor Kiss1R (auch als GPR54 bekannt) anknüpft. Dadurch wird bei den weiblichen Mäusen ein Neurohormon freigesetzt, welches die Aufmerksamkeit für die Männchen erhöht, so die Forscher. Gleichzeitig wird demnach der Signalweg auch an Zellen übertragen, die den Neurotransmitter Stickstoffmonoxid herstellen; dieser stimuliert das sexuelle Verlangen.

Name hat nichts mit "Küssen" zu tun

"Bis jetzt war wenig darüber bekannt, wie das Gehirn Eisprung, Anziehung und Sex miteinander verbindet. Jetzt wissen wir, dass ein einzelnes Molekül – Kisspeptin – all diese Aspekte durch verschiedene, parallel zueinander laufende Gehirn-Schaltkreise steuert", sagt der Toxikologe Ulrich Boehm von der Universität des Saarlandes in der Meldung. Der scheinbar sprechende Name stammt der Meldung zufolge von einer amerikanischen Süßigkeit ab.

Allerdings führten die Forscher den Zusammenhang bisher nicht beim Menschen nach. Sie erhoffen sich aber, die Erkenntnis für neue Therapien gegen Störungen des sexuellen Verlangens beim Menschen einsetzen zu können. (ajo)

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