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Übergewicht

Der eigene Herd spart Kalorien

Wie schlecht es ist, wenn Kinder nicht bei Mama, sondern im Fastfoodrestaurant essen, untermauert eine neue Studie - und lobt die Küche zuhause.

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Wo ist das Schnitzel?

Wo ist das Schnitzel?

© drubig-photo / fotolia.com

CHICAGO. Mehr Zucker, mehr Fett, mehr alles: Kinder, die Mutters Küche fliehen und sich stattdessen von Fast Food ernähren, tun höchstens dem Lokalbetreiber etwas Gutes.

"Amerika, du hast es besser", schrieb Goethe in seinem Gedicht "Den Vereinigten Staaten". Das Essen kann er damit nicht gemeint haben. Dies unterstreicht eine soeben erschienene Studie, in der das Essverhalten von Heranwachsenden untersucht worden ist (Arch Pediatr Adolesc Med 2012; online 6. November).

"Kinder und Jugendliche konsumieren ihre Nahrung in zunehmendem Maß außer Haus, in Sonderheit aus Fast-Food-Quellen", schreiben Lisa Powell und Binh Nguyen von der University of Illinois, Chicago.

Das wird, obwohl in den USA beobachtet, auch hierzulande jeder bestätigen, der sich in der Erziehung von Angehörigen dieser Altersgruppe versucht.

Jugendliche in den USA nehmen inzwischen jede sechste Kalorie in einem Fast-Food-Imbiss zu sich.

Powell und Nguyen wollten wissen, wie sich dieses Verhalten - im Vergleich zur Speisung am heimischen Küchentisch - auf die Energieaufnahme, die Nahrungsqualität und den Konsum zuckriger, insbesondere sodahaltiger Getränke auswirkt. Beteiligt hatten sich 4717 Kinder (2-11 Jahre) und 4699 Jugendliche (12-19 Jahre).

Das Ergebnis in zwei Worten: Prost Mahlzeit! Kinder, die zur Nahrungszufuhr ein Fast-Food-Lokal aufsuchten, erhöhten dadurch ihre Energieaufnahme um 126 kcal. Jugendliche steigerten diesen Wert um 310 kcal.

Die Fettaufnahme stieg um 7-14 g; rund ein Drittel davon war gesättigtes Fett. Und die Zuckerzufuhr erhöhte sich um 6-16 g. Legt man die Referenzwerte für Ernährung zugrunde, lag der Konsum von Zucker durchschnittlich um 13%, jener von Fett um 22%, der von ungesättigten Fetten um 25% und die Natriumaufnahme um 17% über den empfohlenen Mengen.

Suchten die auswärts essenden Kinder und Jugendlichen nicht Fast-Food-Lokale, sondern veritable Speisewirtschaften auf, sah die Bilanz übrigens nicht besser aus. "In Fast-Food- und Bedienrestaurants zu essen, ist mit höherer Energiezufuhr und schlechterer Nahrungsqualität verbunden", resümieren daher Powell und Nguyen.

Ihr Rezept dafür, diesen Konsum einzudämmen: Preise erhöhen, Fast-Food-Sperrbezirke um Schulen, Portionen begrenzen und Werbung einschränken.

Amerika hat's besser? Vor "Ritter-, Räuber- und Gespenstergeschichten" wollte Goethe die Kinder weiter unten in seinem Gedicht bewahrt wissen. Doch Geschichten machen wenigstens nicht dick. (rb)

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