WHO-Bericht

Deutlich mehr Masernfälle in der Europäischen Region

In der Europäischen Region der WHO gab es 2017 eine Zunahme der Masernfälle um 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg ist dabei unter anderem auf größere Ausbrüche in 15 der 53 Länder zurückzuführen – darunter auch Deutschland.

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KOPENHAGEN. Die Masernfälle nehmen in der Europäischen Region der WHO wieder deutlich zu. So wurden 2017 insgesamt 21.315 Fälle registriert, davon 35 mit tödlichem Ausgang, nachdem 2016 mit 5273 Fällen ein Rekordtief verzeichnet worden war. Damit ergibt sich für das Jahr 2017 eine Steigerung um 400 Prozent. Diese neuen Daten für 2017 gab das WHO-Regionalbüro für Europa im Vorfeld einer Tagung der Gesundheitsminister über Impffragen am 20. Februar bekannt.

"Jeder neue Masernfall in der Europäischen Region erinnert uns daran, dass ungeimpfte Kinder und Erwachsene unabhängig davon, wo sie leben, immer noch Gefahr laufen, sich mit der Krankheit zu infizieren und sie auf andere zu übertragen, die sich vielleicht nicht impfen lassen können" wird Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, in einer Mitteilung der Weltgesundheitsorganisation zitiert.

967 Masernfälle in Deutschland

Der sprunghafte Anstieg der Zahl der Masernfälle im Jahr 2017 war unter anderem auf größere Ausbrüche (mindestens 100 Fälle) in 15 der 53 Länder der Europäischen Region zurückzuführen. Die höchsten Fallzahlen wurden aus Rumänien (5562), Italien (5006) und der Ukraine (4767) gemeldet. Diese Länder stehen seit einigen Jahren einer Reihe von Herausforderungen gegenüber – einem generellen Rückgang der Impfraten bei den Routineimpfungen, durchgehend niedrigen Impfraten in einigen marginalisierten Bevölkerungsgruppen, Unterbrechungen in der Impfstoffversorgung und Defiziten in den Krankheitsüberwachungssystemen.

Weitere große Ausbrüche wurden aus Griechenland (967), Deutschland (927), Serbien (702), Tadschikistan (649), Frankreich (520), der Russischen Föderation (408), Belgien (369), dem Vereinigten Königreich (282), Bulgarien (167), Spanien (152), Tschechien (146) und der Schweiz (105) gemeldet, von denen allerdings viele Ende 2017 schon wieder am Abklingen waren. Insgesamt war jedes vierte Land in der Europäischen Region von einer Masernwelle betroffen.

Maßnahmen, um aktuelle Ausbrüche einzudämmen und neue Masern-Fälle zu verhindern, wurden bereits ergriffen, etwa Sensibilisierungskampagnen, die Impfung von Gesundheitsfachkräften und anderen besonders gefährdeten Erwachsenen, die Beseitigung von Problemen beim Zugang und die Verbesserung von Versorgungsplanung und -logistik.

Eliminierung ist vorrangiges Ziel

Der 2012 eingeführte Prozess der Verifizierung der Eliminierung von Masern und Röteln nach Land hat die Europäische Region ihrem Eliminierungsziel für die beiden Krankheiten näher gebracht. Jedes Jahr prüft die unabhängige Verifizierungskommission der Europäischen Region (RVC) dabei die von den Ländern vorgelegten Daten und ergriffenen Impfmaßnahmen und empfiehlt einzelnen Ländern jeweils Maßnahmen. Ende 2016 hatten in der Europäischen Region 42 der 53 Länder eine Unterbrechung der endemischen Übertragung der Masern erreicht. Es werde allerdings weiterhin zu Ausbrüchen kommen, bis jedes gefährdete Kind und jeder gefährdete Erwachsene geschützt ist, mahnt die WHO.

Regionaldirektorin Jakab bemerkt: "Die Eliminierung der Masern und Röteln ist ein vorrangiges Ziel, zu dem sich alle Länder in der Europäischen Region bekennen. Dieser kurzfristige Rückschlag kann uns jedoch nicht von unserer festen Entschlossenheit abbringen, zu der Generation zu werden, die ihre Kinder ein für allemal von diesen Krankheiten befreit."

Bei der Tagung am 20. Februar 2018 werden sich Minister aus elf Ländern gemeinsam mit der Frage befassen, wie die im Europäischen Impfaktionsplan (EVAP) festgelegten Ziele, einschließlich der Eliminierung der Masern und Röteln, bis 2020 erreicht werden können. Ein Fortschrittsbericht mit der Halbzeitbilanz der Umsetzung des EVAP in der Europäischen Region wird im September vorgelegt. (eb)

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