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Diabetes: Werksärzte sind Diagnose-Vorreiter

Oft entdecken Betriebsmediziner Diabetesfälle in der Belegschaft als erste. Danach sind die Hausärzte gefragt.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

KARLSRUHE. Alltag in Betriebsambulanzen: Ein Fragebogen oder ein einfacher Blutzuckertest deuten auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus Typ 2 bei einem der Mitarbeiter hin oder geben die eindeutige Diagnose.

Diabetes ist somit für Betriebsärzte ein zentrales Thema. Denn oft fungieren die Betriebsmediziner als Erst-Entdecker von Diabetesfällen in der Belegschaft.

Darauf weist der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) anlässlich des Welt-Diabetestages am 14. November hin.

Appell an Mitarbeiter in Betrieben

Schließlich führe der erste Gang von Berufstätigen im Arbeitsalltag häufig nicht zum Hausarzt - falls diese überhaupt einen hätten -, sondern zunächst zum Betriebsarzt, bei dem keine Praxisgebühr anfällt.

Betriebsärzte könnten in Sachen Diabetes nicht nur präventiv agieren, sondern auch schnelle Gegenmaßnahmen einleiten, um betroffene Patienten vor eventuellen Folgeerkrankungen zu schützen.

Den Weltdiabetestag nimmt der VDBW zum Anlass für einen Appell an die Mitarbeiter in den Firmen: "präventiv denken, durchchecken lassen und betriebsärztliche Beratung aktiv in Anspruch nehmen!"

Patienten werden an Hausärzte verwiesen

Hausärzte müssen die Aktivitäten in den Betriebsambulanzen indes nicht als unliebsame Konkurrenz empfinden, wie Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Ärztin und VDBW-Vizepräsidentin, verdeutlicht.

"Betriebsärzte haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeitnehmer noch im Vorstadium der Krankheit zu erreichen. Zur Therapie und weiteren Diagnostik werden Betroffene an ihre Hausärzte verwiesen", erklärte sie.

Der Besuch beim Betriebsarzt diene nicht nur dem betroffenen Mitarbeiter, sondern lohne sich auch aus makroökonomischer Sicht, heißt es vonseiten des VDBW. Er verweist explizit darauf, dass der gesundheitsökonomische Faktor der Prävention enorm sei.

Regelmäßige Beratung empfohlen

Diabetes- und daraus resultierende Folgeerkrankungen verursachten in Deutschland jährlich nicht nur erhebliche Gesundheitskosten, sondern auch wesentliche Verluste in der wirtschaftlichen Produktivität.

Einfach gesagt: Kranke Mitarbeiter kosten Betriebe nur unnötig viel Geld und bringen ihnen im Gegenzug nichts.

Im Zuge der Diabetes-Prävention raten die Betriebsärzte allen Beschäftigten für den Arbeitsalltag zu folgenden Verhaltensweisen:

  • Mitarbeiter sollten sich regelmäßig von ihrem Betriebsarzt beraten lassen.
  • Auch am Arbeitsplatz sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden.
  • Regelmäßige Pausen und ausreichende Bewegung zwischen den Tätigkeiten sollten eingeplant werden.
  • Work-Life-Balance: Um Stress am Arbeitsplatz zu vermeiden und abzubauen, sollten sich Mitarbeiter um einen entspannenden Ausgleich zur Arbeit bemühen.
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