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Die Prävention von Übergewicht beginnt im Mutterleib

Ernährungsweise und Körpergewicht der Schwangeren haben großen Einfluss auf das Geburtsgewicht des Kindes und die spätere Entstehung von Übergewicht.

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Dies beruhe auf der perinatalen Programmierung, erläuterte Professor Andreas Plagemann von der Klinik für Geburtsmedizin der Charité Berlin kürzlich in Bonn. Denn während kritischer Entwicklungsphasen (pränatal, perinatal, frühkindlich) werde die künftige Funktionsweise von Organen und Organsystemen durch Einwirkung von Außenfaktoren wie Ernährung oder Hormonen dauerhaft festgelegt.

Im Fall einer "Fehlprogrammierung" könnten dann später Erkrankungen wie Übergewicht und Diabetes entstehen. So erhöhe sich bei einer zu hohen Gewichtszunahme in der Schwangerschaft das spätere Übergewichtsrisiko beim Kind um etwa 60 bis 70 Prozent. Ein hohes, aber auch ein niedriges Geburtsgewicht erhöhe das Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes um ungefähr 40 Prozent, sagte Plagemann auf einem Presseseminar der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu den Ergebnissen des Ernährungsberichts 2008.

Vor einer Schwangerschaft sollten übergewichtige Frauen ihr Körpergewicht also möglichst normalisieren. Die Gewichtszunahme richte sich dann nach dem BMI vor der Schwangerschaft. Hier gelten folgende Empfehlungen:

  • 12,5 bis 18 kg für Frauen mit einem BMI unter 19,8 kg/m 2 ,
  • 11,5 bis 16 kg für Frauen mit einem BMI zwischen 19,8 und 26,0 kg/m2 ,
  • 7 bis 11,5 kg für Frauen mit einem BMI zwischen 26,1 und 29,0 kg/m² ,
  • mindestens 6 kg für Frauen mit einem BMI über 29,0 kg/m².

Den werdenden Müttern rät Plagemann, keinesfalls "für zwei" zu essen. Vielmehr reichen 200 bis 300 Kilokalorien zusätzlich pro Tag für normalgewichtige Schwangere aus. Das entspricht beispielsweise einer Scheibe Vollkornbrot bestrichen mit einem Teelöffel Margarine und einer Scheibe Käse (30 % i. Tr.).

Außerdem sollten Neugeborene möglichst mehrere Monate gestillt werden. Denn Stillen reduziert im Vergleich zu Nichtstillen das Risiko, später übergewichtig zu werden. (sf)

Die DGE erstellt den Ernährungsbericht alle vier Jahre. Der Ernährungsbericht 2008 ist über den Buchhandel oder www.dge-medienservice.de zu beziehen (ISBN 978-3-88749-214-4).

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