Augenerkrankungen

Diese Assistenzsysteme können schlechter werdenden Augen helfen

Ophthalmologen setzen für Menschen mit nachlassendem Sehvermögen vor allem auf leistungsfähige Nachtsichtkameras und elektronische Markierungen der Fahrbahn. Doch es gibt noch Probleme.

Veröffentlicht:
Nachtsichtkameras und elektronische Markierungen an den Fahrbahnen finden Münchener Ophthalmologen sinnvoll, um Menschen mit nachlassendem Sehvermögen bei Fahren zu unterstützen.

Nachtsichtkameras und elektronische Markierungen an den Fahrbahnen finden Münchener Ophthalmologen sinnvoll, um Menschen mit nachlassendem Sehvermögen bei Fahren zu unterstützen.

© lpictures / stock.adobe.com

BERLIN. Abstands-, Spur- und Geschwindigkeits-Kontrollsysteme können Fahrer mit Katarakt und Glaukom unterstützen, den Pkw sicher durch den Verkehr zu lenken. Die Systeme können jedoch bei ungünstigen Sichtverhältnissen wie Nebel oder schlechtem Zustand der Fahrbahnmarkierungen in der Mitte oder am Randstreifen versagen. "Die heutigen Systeme können zudem nicht hinreichend schnell auf akute Änderungen der Fahrsituation reagieren", wird Professor Bernhard Lachenmayr, Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA) in einer Mitteilung der DOG zitiert.

"Dennoch helfen sie älteren Kraftfahrern, deren Sehvermögen in der Dämmerung oder bei Nacht eingeschränkt oder stark reduziert ist". Dies ist bei Augenerkrankungen wie Katarakt, Glaukom oder altersabhängiger Makuladegeneration der Fall. "Für echt Sehbehinderte etwa mit Gesichtsfeldausfällen sind sie jedoch nicht genügend ausgereift", so der DOG-Experte.

Nachtsichtkameras gegen Augenleiden?

Aus Sicht des Münchener Ophthalmologen wären zwei technische Entwicklungen bei nachlassendem Sehvermögen besonders nützlich. "Zum einen leistungsfähige Nachtsichtkameras, von denen Fahrer mit eingeschränktem Dämmerungssehvermögen oder erhöhter Blendempfindlichkeit profitieren würden", so Lachenmayr.

Zum anderen elektronische Markierungen an der Fahrbahn, die direkt an den Fahrzeugcomputer übertragen werden und damit unabhängig von Witterungsverhältnissen machen. Für weniger sinnvoll hält er dagegen komplexe Head-Up-Displays, die in das Blickfeld des Fahrers eingespiegelt werden: "Diese Systeme setzen wegen der oftmals kleinen Symbole und des schlechten Kontrasts ein optimales Sehvermögen voraus – zudem eine hervorragende Reaktions- und Koordinationsfähigkeit des Fahrers". (eb)

Mehr zum Thema

Seltene Erkrankungen

G-BA hat Zusatznutzen von fünf Orphan Drugs geprüft

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Alexander Baasner und Dr. Stefan Spieren (v.l.) haben die Idee der Digitalen Hausärztlichen Versorgungsassistenten (DIHVA) entwickelt.

© Digitales Facharzt- & Gesundheitszentrum

Neues Berufsbild

Bürger als Assistenten: Hausarzt entwickelt Idee der DIHVA

Patient bei einer Videosprechstunde mit Ärztin

© AJ_Watt / Getty Images / iStock

Digitale Gesundheitsanwendungen

DiGA oder doch lieber App?