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Dermatologe rät

Diese Substanzen gehören nicht auf Kinderhaut

Kinder sind keine „kleinen Erwachsenen“. Das gilt auch für ihr größtes Organ: die Haut. Daher sollten Dermatika bei ihnen besonderes sorgfältig ausgewählt werden. Manche Substanzen sind gänzlich tabu, rät ein Dermatologe.

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Empfindliche Kinderhaut: Sie ist dünner als die von Erwachsenen, Wirkstoffe können sie leichter durchdringen. Das sollte bei der Anwendung von Salben und Cremes bedacht werden.

Empfindliche Kinderhaut: Sie ist dünner als die von Erwachsenen, Wirkstoffe können sie leichter durchdringen. Das sollte bei der Anwendung von Salben und Cremes bedacht werden.

© stevenrwilson / Getty Images /

BERLIN. Kinder sollten keine lokal angewendeten Antibiotika mit Neomycin, Gentamicin oder Silber-Sulfadiazin erhalten. Das rät der Dermatologe Professor Peter Höger, Chefarzt am Katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg, in einer Mitteilung des Apothekerverbands ABDA zum „Tag der Apotheke“ am Freitag, 7. Juni.

Kinderhaut ist bekanntlich dünner und ihre Oberfläche ist bezogen auf das Körpergewicht viel größer. Die kindliche Hautbarriere ist noch unreif und die Anzahl der Talgdrüsen pro Fläche höher. Dadurch können verschiedene Substanzen leichter durch die Haut aufgenommen werden und ins Blut gelangen, erinnert Höger. Der Hautarzt ist auch Mitglied der Kommission des Neuen Rezeptur Formulariums (NRF), der pharmazeutischen Sammlung geprüfter Rezepturen.

Höger verweist auch auf einen kritischen Umgang mit Lokalanästhetika, die Benzocain, Lidocain oder Prilocain enthalten. Diese könnten bei Kindern zu einer Methämoglobinämie führen. Alkoholische Lösungen wiederum können beim großflächigen Auftragen auf die Haut von Säuglingen durch Resorption in die Blutbahn deren Gehirn oder die Leber schädigen.

Vermieden werden sollte zudem die großflächige Anwendung insektenabwehrender Zubereitungen mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) aufgrund möglicher Nervenschädigung.

Achtung bei Sonnen- und Insektenschutzmitteln

Zum Sonnenschutz rät Höger bei Kindern zu physikalischen Mitteln mit Mikropigmenten wie Zinkoxid oder Titandioxid. Auf Präparate mit UV-Filtersubstanzen wie Octocrylen oder Ethylhexylmethoxycinnamat (EHMC) sollte hingegen besser verzichtet werden, da sie bei Kindern in die Haut einziehen und ins Blut aufgenommen werden könnten. Einige dieser Substanzen könnten dort östrogene Wirkungen haben.

In der ABDA-Mitteilung warnt Höger weiter: „Bereits Säuglinge erhalten im Schnitt acht verschiedene Hautpflegeprodukte mit durchschnittlich 48 verschiedenen Inhaltsstoffen. Weniger wäre besser.“ Der Begriff „hypoallergen“ sei zudem rechtlich nicht geschützt und in erster Linie Marketing. So könnten etwa Pflegeprodukte mit Wollwachsalkoholen zu Kontaktallergien führen. Das Gleiche gelte für Duftstoffe.

Der „Tag der Apotheke“ am 7. Juni findet in diesem Jahr unter dem Motto „Richtige Medikation für Kinder“ statt. (run)

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