Wiederbelebung

Dreier-Cocktail gegen Herzstillstand

Intensivmediziner der University of Pittsburgh plädieren dafür, Herzstillstände von stationären Patienten bei Vasopressorenbedarf mit einer Kombination aus Adrenalin, Vasopressin und einem Kortikosteroid zu behandeln.

Veröffentlicht:
Eine Kombitherapie erhöht bei Krankenhauspatienten nach Herzstillstand die Chancen, die Klinik in guter Verfassung zu verlassen.

Eine Kombitherapie erhöht bei Krankenhauspatienten nach Herzstillstand die Chancen, die Klinik in guter Verfassung zu verlassen.

© Thomas Brugger / fotolia.com

PITTSBURGH. "Angesichts des Mangels an bewährten Gegenmitteln und der hohen Mortalität nach Herzstillständen von Krankenhauspatienten scheint es vernünftig zu sein, während der Wiederbelebung Vasopressin, Steroide und Adrenalin zu kombinieren", schreiben Jaya Buddineni und Mitarbeiter im Resumee einer Analyse (Journal of Critical Care 2014; 18 (3): 308).

Ihre Erkenntnis beruht wesentlich auf Resultaten einer Studie aus dem vergangenen Jahr (Journal of the American Medical Association 2013; 310: 270-279). Es handelt sich dabei um eine Untersuchung, in der Randomisierung und Placebokontrolle vorgenommen wurde.

Das vorgeschlagene Regime sieht vor, 20 IU Vasopressin und 1 mg Adrenalin pro Reanimationszyklus - die etwa dreiminütige Dauer bis zur erneuten Rhythmuskontrolle - zu kombinieren und während des ersten Zyklus 40 mg Methylprednisolon zu verabreichen.

Schockzustände nach der Reanimation sind mit Hydrokortison (täglich 300 mg über maximal sieben Tage, ausschleichend absetzen) zu behandeln.

Die Kontrollgruppe in der genannten Studie erhielt lediglich Adrenalin, andere Substanzen wurden durch Placebo ersetzt. Es zeigte sich, dass die Kombinationstherapie überlegene Resultate nach sich zog.

Eine Spontanzirkulation von mindestens 20 Minuten Dauer erreichten 83,9 Prozent der Patienten unter dem Arzneicocktail und 65,9 Prozent unter Adrenalin plus Placebo. Lebend und bei gutem neurologischem Zustand aus dem Krankenhaus entlassen wurden 13,9 gegenüber 5,1 Prozent.

Von den Patienten, die nach der Wiederbelebung im Schock gelegen hatten, wurden 21,1 beziehungsweise 8,2 Prozent lebend und in guter Verfassung entlassen, je nachdem, ob sie Hydrokortison erhalten hatten oder nicht.

"Diese randomisierte und kontrollierte Studie zeigt erstmals, dass sich durch Medikamente für einen Krankheitszustand mit sehr schlechten Überlebenschancen positive neurologische Ergebnisse erzielen lassen", schreiben Buddineni und Kollegen.

Welcher Anteil dabei den einzelnen Interventionen zuzuschreiben sei, bleibe aber weiterhin unklar. Dies lasse sich womöglich in mehrarmigen Untersuchungen herausfinden, in denen verschiedene Kombinationen von Adrenalin, Vasopressin und Steroiden einzusetzen wären. (rb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

ACC-Kongress

Vorhofflimmern: Kann ein Vorhofohrverschluss die Antikoagulation ersetzen?

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Im alten Praxisverwaltungssystem kennen Arzt, Ärztin und Team jeden Kniff. Nach dem Wechsel will vieles neu gelernt sein. Auf die Dauer kann es sich dennoch lohnen, sich für ein neues, modernes System zu entscheiden, wenn der Wechsel gut vorbereitet ist.

© kozirsky / stock.adobe.com

Kollegen-Tipps zum PVS-Umstieg

Praxisverwaltungssystem erfolgreich wechseln: Auf diese Punkte kommt es an