Suchtkrankheiten

Drogenbeauftragte will Komasaufen Einhalt gebieten

BERLIN (HL). Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing will das Modellprogramm HaLT gegen exzessiven Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen bundesweit ausdehnen.

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HaLT steht für "Hart am Limit". Das Programm wurde zunächst 2003 im badischen Lörrach und anschließend in zehn weiteren Kommunen als Modell aufgebaut und von Prognos evaluiert.

Das Projekt hat zwei Bestandteile: Jugendliche und Kinder, die wegen schwerer Alkoholvergiftung in Kliniken behandelt werden müssen, erhalten eine unmittelbare Beratung und Betreuung. Dabei wird ihnen gezeigt, wie sie ihre Freizeit auch ohne Alkohol gestalten können. Der zweite Modellbestandteil ist der Aufbau eines Netzwerks vor Ort, mit dem verhindert werden soll, dass Kinder und Jugendliche allzu leicht Alkohol konsumieren können. Konkret bedeutet dies eine Vereinbarung von Einzelhandel, Kioskbesitzern, Gastronomen und Festveranstaltern, dass an Kinder und Jugendliche kein Alkohol abgegeben wird.

Bätzing und Michael Steiner von Prognos bezeichnen das Modellprogramm als sehr effektiv. Eine Endauswertung aller elf Modellprojekte liegt allerdings noch nicht vor. Die Daten aus Lörrach zeigen, dass die Zahl der Klinikbehandlungen aufgrund von Alkoholintoxikation seit 2003 um etwa die Hälfte gesunken ist. Aufgrund der geringen Fallzahl lässt sich dieses Ergebnis allerdings nicht verallgemeinern. Die Kosten für das Programm, die die Bundesregierung finanziert hat, liegen bei rund drei Millionen Euro. Nach Angaben von Bätzing sollten die Kassen die Kosten für die Beratung nach einer Intoxikation übernehmen, das sind etwa 360 Euro pro Fall.

Die Zahl behandlungsbedürftiger Intoxikationen bei Kindern und Jugendlichen war zwischen 2000 und 2004 um 50 Prozent auf fast 18 000 gestiegen. Ein Viertel war jünger als 14 Jahre.

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