Direkt zum Inhaltsbereich

Effekt von Lifestyle-Intervention hält lange an

BERLIN (gvg). Körperliche Bewegung und Gewichtsabnahme sind die Schlüssel, Typ-2-Diabetes zu verhindern. In der Nachbeobachtung einer finnischen Studie wurde festgestellt, dass der Effekt eines befristeten Präventionsprogramms anhalten kann.

Veröffentlicht:

Über die Studie, an der 522 übergewichtige Probanden mit gestörter Glukosetoleranz, jedoch ohne manifesten Diabetes mellitus, teilnahmen, wurde erstmals im Jahr 2001 berichtet. Die Hälfte der Probanden wurde einmal geschult und dann drei bis vier Jahre lang schriftlich über den Nutzen von Diät und körperlicher Bewegung informiert.

Gewicht wurde in drei Jahren moderat reduziert

Die andere Hälfte der Teilnehmer erhielt siebenmal im Jahr eine intensive persönliche Beratung. Außerdem wurde ein individuelles Bewegungsprogramm entworfen, dessen Erfolge in Fitnesstests kontrolliert wurden. Nach drei Jahren war die Diabetes-Inzidenz in der Gruppe mit intensivem Programm um 58 Prozent niedriger, obwohl das Gewicht nur um moderate 3,5 Kilogramm abgenommen hatte.

Eine neue Auswertung der Studie, über die Professor Stephan Martin vom Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf auf dem Praxis Update Allgemeinmedizin berichtete, hat jetzt die Situation drei Jahre nach Ende des Programms untersucht. Die Ergebnisse wurden auch in der Fachzeitschrift "The Lancet" publiziert (368, 2006, 1673).

"Über den gesamten Zeitraum hinweg ergab sich dabei eine um 43 Prozent reduzierte Diabetes-Inzidenz in der Interventionsgruppe", so Martin. Dies belege, dass eine intensive Lifestyle-Intervention Langzeiteffekte habe, die sich auch über die Intervention hinaus günstig auf die Entwicklung der Stoffwechselkrankheit auswirkten.



STICHWORT

Gestörte Glukosetoleranz

Eine gestörte Glukosetoleranz wird mit dem oralen Glukosetoleranz-Test (oGTT) festgestellt. Im oGTT wird die Glukose-Konzentration zwei Stunden nach Trinken von 75 Gramm Glukose im Blut bestimmt. Bei gestörter Glukosetoleranz liegt der Wert im venösen Plasma zwischen 140 und 200 mg / dl. Bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus liegt der oGTT-Wert über 200 mg / dl. Vor dem Test sollte die Kohlenhydrataufnahme mindestens drei Tage lang über 150 g / Tag liegen. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Diabetes mellitus

Zusatznutzten für Teplizumab nicht quantifizierbar

Diabetische Retinopathie

Auch seltene, milde Hypoglykämien gefährden die Netzhaut

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Erfahrungen einer Praxismanagerin

Praxisbegehung angekündigt? Die wichtigsten Tipps zur Vorbereitung

Lesetipps
Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Arzt hält Modell vom Herzen in rechter Hand und Blutzuckermessgerät in linker Hand.

© RF (royalty free)

Risiko einschätzen und Lebensstil ändern

Diabetes und Vorhofflimmern: Das hilft gegen die gefährliche Kombi