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Ein Blinzeltest hilft, fetale Alkoholschäden zu erkennen

DETROIT (hbr/eis). Leichtere Formen fetaler Alkoholschädigungen sind schwer zu erkennen, weil bei den Kindern die typischen Gesichtsmerkmale fehlen. Wegen hirnorganischer Schäden brauchen Betroffene jedoch eine spezielle Förderung. Ein einfacher Konditionierungs-Test erleichtert die Diagnostik offenbar.

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Der Test (eyeblink conditioning, EBC) konditioniert - entsprechend den Pawlow'schen Tierversuchen - zum Augenblinzeln. Ein akustischer Ton wird verknüpft mit einem leichten Luftstoß auf die Augen. Nach vielen Wiederholungen müsste allein das Hören des Tons zum reflexartigen Blinzeln führen. Die Konditionierung klappt dabei um so schlechter, je mehr Alkohol Kinder pränatal ausgesetzt waren (Alcohol: Clin Exp Res, 32, 2008, 365).

Der EBC-Test wurde jetzt in einer Gemeinde in Südafrika mit hoher Alkoholiker-Rate evaluiert. Teilnehmer waren 98 fünf Jahre alte Kinder. Bei 64 Kindern hatten die Mütter in der Schwangerschaft stark getrunken. 19 Prozent der belasteten Kinder hatten das Vollbild FAS mit Minderwuchs, abgeflachtem Mittelgesicht, kurzem, breitem Nasenrücken und großem Augenabstand. 28 Prozent von ihnen hatten nur zwei dieser äußeren FAS-Merkmale und 53 Prozent nur kognitive Probleme. 34 Kinder von nicht-trinkenden Müttern dienten als Kontrollgruppe.

Ergebnis: 75 Prozent der Kinder aus der Kontrollgruppe ließen sich erfolgreich konditionieren, aber kein einziges der am stärksten geschädigten Kinder. Von den Kindern mit zwei FAS-Merkmalen ließen sich 33 Prozent konditionieren und von den alkoholgeschädigten Kindern ohne äußere FAS-Merkmale schafften es 38 Prozent.

Das Defizit scheint für das Syndrom spezifisch zu sein, denn ein Zusammenhang mit dem IQ oder mit einer Mikrozephalie fand sich nicht. Der Test könnte also helfen, Kinder mit FAS ohne auffällige äußere Merkmale frühzeitig zu identifizieren.

STICHWORT

Fetales Alkoholsyndrom

Schäden eines Kindes durch Alkoholkonsum der schwangeren Mutter werden unter dem Begriff Fetales Alkoholsyndrom (FAS) zusammengefasst. Bei relativ geringen Alkoholmengen entstehen meist nicht die typischen Gesichtsmerkmale, sondern nur Hirnschäden mit kognitiven und Verhaltens-Störungen. Sie wirken sich für ein Kind aber nicht unbedingt leichter aus wie das Vollbild FAS. Abgeschwächte FAS-Formen werden als Fetale Alkoholeffekte (FAE) bezeichnet. Die Grenzen zwischen FAS und FAE sind fließend. Die Störungen werden daher unter dem Sammelbegriff Fetal Alcohol Spectrum Disorder (FASD) zusammengefasst. (eb)

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