Direkt zum Inhaltsbereich

Im Babyfernsehen

Ein Fetus streckt die Zunge raus

Das Herausstrecken der Zunge – Kinder verteilen diese Geste zwar allgemein recht großzügig. Dass sich ihrer aber auch schon Feten bedienen, ist doch überraschend.

Veröffentlicht:

BEIRUT. Gynäkologen um Assaad Kesrouani von der St.-Josefs-Universität in Beirut berichten über den Fall einer 31-jährigen Schwangeren, die sich in der 31. Schwangerschaftswoche zum Routineultraschall in der Universitätsklinik eingefunden hat (Arch Gynecol Obstet 2018; 297: 807–808). Ihre Schwangerschaft war bisher völlig problemlos verlaufen.

Als der Kopf des Kindes vom Schallkegel des Sonografiegeräts erfasst wird, zeigt sich Ungewöhnliches: Der Fetus streckt alle fünf bis zehn Sekunden seine Zunge heraus und belässt sie dort gut sichtbar für etwa drei Sekunden. In den Intervallen dazwischen verschwindet die Zunge wieder und liegt unauffällig in der Mundhöhle.

Eine oropharyngeale Raumforderung, die für das Schauspiel verantwortlich sein könnte, finden die Ärzte nicht. Auch weiter oben im zentralen Nervensystem sind keine Anomalien zu entdecken.

Die werdende Mutter wird zwei Wochen später wieder einbestellt – und wieder streckt der Fetus seine Zunge herauswie schon in der Untersuchung davor. Biometrisch ist jedoch alles im Normbereich, auch die Amnionflüssigkeit weist keine Auffälligkeiten auf.

Die Frau entbindet schließlich in der 39. Woche. Die Geburt verläuft ohne Komplikationen, das Neugeborene, ein Junge, wiegt 3100 Gramm – und streckt den Anwesenden zuerst einmal die Zunge heraus. Das Kind wird von einem Kinderarzt, einem pädiatrischen HNO-Spezialisten und einem Neurologen untersucht.

Zu finden ist nichts, besonders keine Makroglossie – nichts bis auf das fortwährende rhythmische Heraustrecken der Zunge. Das merkwürdige Phänomen verschwindet erst drei Monate nach der Geburt. Bei der Untersuchung nach Ablauf des ersten Lebensjahres präsentiert sich ein normal entwickeltes Kind.

"Unser Bericht dokumentiert die gutartige Natur des beschriebenen Befundes", schreiben die Autoren. Dennoch sei es nötig, solche Fälle akribisch zu untersuchen und betroffene Schwangere in Zentren für Geburtshilfe zu entbinden. (rb)

Mehr zum Thema

Substitution differenziert betrachten

Testosteron als kardiometabolisches Therapie-Konzept: Wann es wirklich hilft

DEGAM-Leitlinie

So sollten Sie bei Schilddrüsenknoten vorgehen

Vergleich mit konservativer Therapie

Hyperparathyreoidismus: Operation kann vor Diabetes schützen

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Exklusiv Bundesgesundheitsministerin im Interview

Nina Warken über Reformdruck: „So wie bisher kann es doch nicht weitergehen“

Lesetipps
Blick in ein Blutgefäß

© Superrider / Stock.adobe.com

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren