Rotatorenmuskulatur

Ein Manschettenriss kommt selten allein

Risse der Rotatorenmanschette einer Schulter sind ein Risikofaktor für Risse auf der gegenüberliegenden Seite. Ein Screening Betroffener scheint nützlich, weil selbst nicht schmerzende Läsionen die Alltagsaktivitäten einschränken können.

Veröffentlicht:

MÜNSTER. Rupturen der Rotatorenmanschette sind keine Seltenheit, in der einschlägigen Literatur kursieren abhängig vom Lebensalter Prävalenzzahlen von bis zu 40 Prozent.

Ein Orthopädenteam um Dennis Liem von der Universitätsklinik Münster hat nun die Frage untersucht, wie häufig Patienten, die wegen symptomatischer, inkompletter oder kompletter Manschettenrisse an einer Schulter laparoskopisch operiert werden müssen, Rupturen an der kontralateralen Schulter aufweisen.

Den Ergebnissen zufolge sind bei zwei von drei behandelten Patienten auch Einrisse der Rotatorenmanschette an der anderen Schulter festzustellen (Am J Sports Med 2014; online 5. Februar).

Die Münsteraner Mediziner hatten 55 an der Schulter operierten Patienten ebenso viele Kontrollpersonen gegenübergestellt. Die sonografisch verifizierte Quote kontralateraler Rupturen der Supraspinatus-Sehne in der Patientengruppe betrug 67,3 Prozent, in der Kontrollgruppe an der entsprechenden Schulter elf Prozent.

Im Constant-Score zur Beurteilung der Schulterfunktion zeigten sich in wichtigen Parametern allerdings kaum Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Gesamtpunktzahl erreichte bei den Patienten im Mittel 85,6 und bei den Kontrollen 88,6 von bestenfalls 100 Punkten. Der Schmerzscore lag bei 13,2 bzw. 14,8 - 15 ist hier gleichbedeutend mit Schmerzfreiheit.

Etwas anders sah dies bei der Constant-Score-Rubrik "Alltagsaktivitäten" aus. Von optimalen 20 Punkten erreichten die operierten Probanden im Schnitt 18,4, die nicht operierten Kontrollpersonen 19,9. Der Unterschied von 1,5 Punkten war statistisch signifikant. Wie bedeutsam diese Differenz in klinischer Hinsicht ist, muss freilich dahingestellt bleiben.

"Patienten, die wegen eines partiellen oder kompletten Risses der Rotatorenmanschette behandelt worden sind, haben ein signifikant erhöhtes Risiko, auf der kontralateralen Seite ebenfalls eine Ruptur zu entwickeln", fassen Liem und seine Mitarbeiter ihre Erkenntnisse zusammen.

In den Alltagsaktivitäten weise die kontralaterale Schulterfunktion bei den Operierten zudem merkliche Defizite auf. Zumindest in der Hochrisiko-Gruppe der bereits an einer Schulter Behandelten sei ein regelmäßiges Screening daher als sinnvoll anzusehen. (rb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche