Ein Rätsel um Vogelgrippe gelöst

MADISON (mut). Vogelgrippe-Viren können zwar die Lunge von Menschen leicht infizieren, sie können aber kaum an Zellen der oberen Atemwege binden, haben US- Forscher herausgefunden. Dies ist offenbar der Grund, weshalb sich das H5N1-Virus nicht von Mensch zu Mensch verbreiten kann.

Veröffentlicht:

Infizieren sich Menschen mit H5N1, können sich die Viren explosionsartig in der Lunge vermehren und das Organ in kurzer Zeit zerstören. Allerdings können selbst schwer kranke Menschen keine anderen Menschen anstecken: Sie atmen und husten trotz massiver Pneumonie nicht genug Viren aus, um andere Menschen zu infizieren.

Einen Grund dafür haben jetzt US-Forscher aus Madison entdeckt: Den Vogelgrippeviren fehlt die Fähigkeit, sich in den oberen Atemwegen zu vermehren. Nur von dort lassen sich Influenzaviren aber effektiv durch Husten und per Tröpfcheninfektion verbreiten. Und können Viren nur die unteren, nicht aber die oberen Atemwege infizieren, dürfte eine Infektion insgesamt schwieriger sein.

Für ihre Arbeit, die heute in der Zeitschrift "Nature" online erscheint, hat das Team um Professor Yoshihiro Kawaoka von der Universität Wisconsin-Madison die Verteilung von Grippeviren-Rezeptoren in menschlichen Atemwegen analysiert. Dazu markierten sie Proben aus unterschiedlichen Abschnitten der Atemwege mit Farbstoffen, die gezielt verschiedene Influenza-Rezeptoren anfärben.

So binden Vogelgrippeviren an Sialinsäure, die mit Galaktose an der Position 2,3 verbunden ist. Human-Influenzaviren binden dagegen an Sialinsäure, die an Position 2,6 mit Galaktose verbunden ist.

Die Vogelgrippe-Rezeptoren, also die 2,3-Sialinsäure, lagen fast ausschließlich an der Oberfläche von Zellen der Alveolen und Bronchiolen. Rezeptoren für Human-Grippeviren, also 2,6-Sialinsäure, fanden die Forscher dagegen in großer Zahl in Epithelzellen der Nasenschleimhaut, der Nasennebenhöhlen, des Pharynx, und der Bronchien sowie in geringerer Zahl in den unteren Atemwegen.

In Experimenten konnten Vogelgrippeviren tatsächlich nur Zellen der unteren Atemwege infizieren, Human-Grippeviren befielen dagegen massiv Zellen der oberen und weniger stark der unteren Atemwege.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Wege zur Pandemie werden entschlüsselt

Lesen Sie dazu auch: Bundeskabinett fördert Forschung zu Vogelgrippe

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten